400 Touristen sitzen fest

"Diabolisch" – Supertaifun wütet im Westpazifik

Orkanböen, neun Meter hohe Wellen und zerstörte Häuser im Westpazifik: Der Monster-Taifun "Sinlaku" traf die Marianen-Inseln mit voller Wucht.
Bernd Watzka
15.04.2026, 11:20
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Der Supertaifun "Sinlaku" hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik voll getroffen - und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h traf der Sturm direkt auf die Inseln Saipan und Tinian. Experten sprechen vom bisher stärksten Tropensturm des Jahres.

Flüge gestrichen, 400 Urlauber sitzen fest

Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar, doch Berichte sprechen von entwurzelten Bäumen, zerstörten Häusern und großflächigen Stromausfällen. Besonders heikel: Der Taifun bewegte sich extrem langsam und blieb dadurch ungewöhnlich lange über dem Gebiet.

400 Urlauber saßen fest, alle internationalen Flüge wurden gestrichen. Die Inselgruppe mit rund 45.000 Einwohnern ist bei Touristen aus Asien besonders beliebt.

Warum "Sinlaku" so gefährlich ist

Meteorologe Landon Aydlett spricht von einer "diabolischen" Situation: Die extrem langsame Zuggeschwindigkeit mache die Auswirkungen besonders gefährlich. Erst mit Tageslicht werde das volle Ausmaß sichtbar.

Auch Gouverneur David Apatang warnt eindringlich: Die Menschen sollen ihre Häuser oder Notunterkünfte nicht verlassen. Umherfliegende Trümmer könnten jederzeit lebensgefährlich werden.

Neun Meter hohe Wellen

Neben den extremen Böen sorgten Sturmfluten für zusätzliche Gefahr. Auf Saipan türmten sich die Wellen auf bis zu neun Meter Höhe. Heftiger Regen und Gewitter erhöhen zudem das Risiko für Überschwemmungen und Erdrutsche.

Augenzeugen schilderten dem US-Sender ABC dramatische Szenen. "Es ist absolut beängstigend— man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet", sagte Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband.

Wie die globale Klimakrise Wirbelstürme verstärkt

Fünf Auswirkungen der fortschreitenden Erderwärmung

  • 🌪️ 1. Stärkere Hurrikans: Wirbelstürme ziehen ihre Kraft aus warmem Wasser. Studien zeigen, dass die Anzahl besonders starker Stürme (Kategorie 4 und 5) zunimmt. Beispiel: Hurrikan "Ida" (2021), "Ian" (2022) und "Erin" (2025) verstärkten sich binnen weniger Stunden extrem.
  • 🌊 2. Mehr Regen, mehr Überschwemmungen: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf – bei Hurrikans heißt das: mehr Regen. Das erhöht die Gefahr von Sturzfluten und Überflutungen, auch weit entfernt von der Küste.
  • 🌀 3. Langsamer, aber zerstörerischer: Manche Hurrikans bewegen sich langsamer als früher – sie "hängen" über Regionen und richten dort mehr Schaden an. Grund: Änderungen in den globalen Luftströmungen durch den Klimawandel.
  • 🏙️ 4. Größere Bedrohung für Küstenregionen: Der Meeresspiegel steigt – dadurch können Hurrikans tiefere Gebiete leichter überschwemmen. "Storm Surges" (Sturmfluten) werden stärker und dringen weiter ins Landesinnere vor.
  • 🔁 5. Längere Saison, weitere Ausbreitung: Die Hurrikan-Saison beginnt früher und endet später, weil die Meere länger warm bleiben. Stürme tauchen weiter nördlich oder südlich auf – Regionen wie Europa oder Südbrasilien könnten häufiger betroffen sein.

Der fortschreitende Klimawandel verändert Wirbelstürme (Hurrikans, Zyklone, Taifune). Die tödlichen Stürme werden durch die globale Erwärmung zwar nicht unbedingt zahlreicher, aber deutlich gefährlicher. Für Küstenstädte, Inseln und selbst Binnenländer steigt das Risiko Jahr für Jahr.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 15.04.2026, 11:24, 15.04.2026, 11:20
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