Der Supertaifun "Sinlaku" hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik voll getroffen - und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h traf der Sturm direkt auf die Inseln Saipan und Tinian. Experten sprechen vom bisher stärksten Tropensturm des Jahres.
Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar, doch Berichte sprechen von entwurzelten Bäumen, zerstörten Häusern und großflächigen Stromausfällen. Besonders heikel: Der Taifun bewegte sich extrem langsam und blieb dadurch ungewöhnlich lange über dem Gebiet.
400 Urlauber saßen fest, alle internationalen Flüge wurden gestrichen. Die Inselgruppe mit rund 45.000 Einwohnern ist bei Touristen aus Asien besonders beliebt.
Meteorologe Landon Aydlett spricht von einer "diabolischen" Situation: Die extrem langsame Zuggeschwindigkeit mache die Auswirkungen besonders gefährlich. Erst mit Tageslicht werde das volle Ausmaß sichtbar.
Auch Gouverneur David Apatang warnt eindringlich: Die Menschen sollen ihre Häuser oder Notunterkünfte nicht verlassen. Umherfliegende Trümmer könnten jederzeit lebensgefährlich werden.
Neben den extremen Böen sorgten Sturmfluten für zusätzliche Gefahr. Auf Saipan türmten sich die Wellen auf bis zu neun Meter Höhe. Heftiger Regen und Gewitter erhöhen zudem das Risiko für Überschwemmungen und Erdrutsche.
Augenzeugen schilderten dem US-Sender ABC dramatische Szenen. "Es ist absolut beängstigend— man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet", sagte Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband.
Wie die globale Klimakrise Wirbelstürme verstärkt
Der fortschreitende Klimawandel verändert Wirbelstürme (Hurrikans, Zyklone, Taifune). Die tödlichen Stürme werden durch die globale Erwärmung zwar nicht unbedingt zahlreicher, aber deutlich gefährlicher. Für Küstenstädte, Inseln und selbst Binnenländer steigt das Risiko Jahr für Jahr.