Auch Österreich betroffen

Hitze, Stürme, Fluten – Neues Ranking der "Klima-Opfer"

Der neue Klima-Risiko-Index von Germanwatch zeigt: Wetterextreme nehmen weltweit zu. Auch westliche Industrieländer sind betroffen.
Bernd Watzka
12.11.2025, 06:01
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Hitzewellen, Stürme und Überflutungen fordern weltweit immer mehr Opfer. Laut dem aktuellen Klima-Risiko-Index der Umweltorganisation Germanwatch, präsentiert bei der Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém, gehören vor allem Entwicklungsländer zu den Leidtragenden der Klimakrise - doch auch reiche Staaten bleiben nicht verschont.

40 Prozent der Weltbevölkerung

Am stärksten wurden - in den vergangenen 30 Jahren - der Karibikstaat Dominica, Myanmar in Südostasien und Honduras in Mittelamerika in Mitleidenschaft gezogen. Weiteres Detail: In den elf am schwersten unter Extremwetter leidenden Ländern leben insgesamt drei Milliarden Menschen - rund 40 Prozent der Weltbevölkerung. Zu diesen Staaten zählen auch die bevölkerungsreichsten Länder der Erde, Indien (Rang 9) und China (Rang 11).

Aber auch Industrienationen spüren im Langzeitvergleich (1995-2024) die Folgen deutlich: Frankreich liegt auf Rang 12, Italien auf Rang 16, die USA auf Platz 18. Deutschland belegt Rang 29, Österreich liegt mit Platz 100 im Mittelfeld.

9.700 Extremwetterereignisse

Germanwatch wertete für den Bericht mehr als 9.700 Extremwetterereignisse zwischen 1995 und 2024 aus. Dabei kamen über 830.000 Menschen ums Leben, die wirtschaftlichen Schäden summierten sich - inflationsbereinigt - auf umgerechnet knapp 4 Billionen Euro.

"Hitzewellen und Stürme stellen die größte Gefahr für Menschenleben dar", erklärte Index-Co-Autorin Laura Schäfer. Stürme verursachten außerdem "die mit Abstand größten Sachschäden". Die meisten direkt Betroffenen verlieren ihr Eigentum durch Überflutungen.

Internationale Hilfsgelder gefordert

"Länder wie die Philippinen oder Indien werden in so kurzen Abständen von Katastrophen heimgesucht, dass sich ganze Regionen kaum noch erholen können", ergänzte Vera Künzel von Germanwatch. Sie forderte auf der COP30 mehr internationale Hilfsgelder, um den besonders gefährdeten Staaten bei der Anpassung an die Klimakrise zu helfen.

Hurrikan mit Schäden in Milliardenhöhe

Ein besonders drastisches Beispiel ist das kleine Dominica, das den Index anführt: Der Hurrikan "Maria" richtete dort 2017 Schäden in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro an - fast das Dreifache des gesamten Bruttoinlandsprodukts des Inselstaats. 

In der Jahreswertung 2024 liegen die Karibikstaaten Grenada und St. Vincent und die Grenadinen an der Spitze, nachdem dort im Sommer ein Mega-Hurrikan wütete.

Bundeskanzler #Merz ruft zur #COP30 in Belém zu klaren Klimaschritten auf. 🌍Germanwatch begrüßt die nationalen Klimaziele besonders zu Tropenwaldfonds – aber es müssen Taten folgen: Starkes Mandat fürs Verhandlungsteam, verlässliche #Klimafinanzierung & Ausstieg aus fossilen Energien ✅

— Germanwatch (@germanwatch.bsky.social) 7. November 2025 um 17:35

24.000 Hitzetote in Deutschland

In Deutschland kamen seit 1995 laut dem Bericht über 24.400 Menschen durch Wetterextreme ums Leben, rund 24.000 davon durch Hitzewellen in den Sommern 2003, 2022 und 2023. Hinzu kamen die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Die Gesamtschäden beliefen sich auf rund 112 Milliarden Euro.

Germanwatch warnt: Ohne entschlossene Klimaschutzmaßnahmen drohe eine Spirale aus Katastrophen, Hunger, Flucht und wirtschaftlichen Verlusten - mit globalen Folgen.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 12.11.2025, 07:02, 12.11.2025, 06:01
Jetzt E-Paper lesen