Asteroiden sind offenbar deutlich "aktiver" als bisher gedacht - und könnten damit auch gefährlicher für die Erde werden. Forscher entdeckten jetzt, dass sich sogenannte Doppel-Asteroiden (Asteroid + Mond, Anm.) gegenseitig Gestein, Geröll und Staub zuwerfen, wie eine neue Studie der US-Universität Maryland darlegt.
Der galaktische Effekt erinnere laut Studie an langsame "kosmische Schneebälle": Material wird von einem Asteroiden gelöst und trifft auf seinen Begleiter-Mond. Genau solche Spuren konnten nun erstmals direkt auf dem Asteroidenmond Dimorphos nachgewiesen werden, so die US-Astronomen.
Möglich wurde die spektakuläre Entdeckung durch alte Bilder der NASA-Sonde DART, die 2022 gezielt in den Mond Dimorphos einschlug. Erst durch eine aufwendige Neu-Auswertung wurden fächerförmige Muster (siehe Bild ganz oben) sichtbar - klare Hinweise auf Material, das zwischen den Himmelskörpern hin- und herwandert.
Besonders brisant: Das Herumwerfen mit Gestein und Staub zeigt, dass sich Asteroiden über Millionen Jahre ständig verändern. Starkes Sonnenlicht kann sie in Rotation versetzen, wodurch Gestein abgestoßen wird - daraus können in weiterer Folge sogar neue Monde entstehen.
Die Forscher fanden zudem heraus, dass sich das umhergeworfene Material extrem langsam bewegt - mit rund 30 Zentimetern pro Sekunde. Trotzdem reicht das, um langfristig Oberflächen zu verändern und neue Strukturen zu bilden, so die Wissenschaftler.
Für die Wissenschaft ist die Entdeckung der "kosmischen Schneebälle" ein Durchbruch. Denn rund 15 Prozent der erdnahen Asteroiden haben solche Begleiter. Das neue Verständnis hilft dabei, mögliche Gefahren für die Erde besser einzuschätzen und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Schon Ende 2026 könnte es neue Erkenntnisse geben: Dann soll die ESA-Mission "Hera" das Asteroidensystem genauer untersuchen.