40 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl sorgt das havarierte Atomkraftwerk erneut für Alarmstimmung. Laut einem aktuellen Expertenbericht droht ohne rasche Reparaturen an der äußeren Schutzhülle ein Einsturz - mit potenziell dramatischen Folgen.
Die neue Schutzhülle, die den alten Sarkophag über Reaktor 4 schützt, wurde 2025 bei einem russischen Drohnenangriff schwer beschädigt. Ein Feuer zerstörte rund die Hälfte der Isolierschicht. Seitdem dringt Feuchtigkeit ein - ein großes Problem.
Kondenswasser greift die Struktur des darunterliegenden Sarkophags an, in dem sich radioaktive Überreste befinden. Experten warnen: Wird die Hülle nicht bald repariert, könnte die Stabilität der Schutzhülle massiv leiden.
AKW-Experte Eric Schmieman spricht in seinem Bericht für Greenpeace von "lebensbedrohlichen Bedingungen" im Inneren des Sarkophags, der nach dem verheerenden Super-GAU 1986 errichtet worden war.
"Dort liegen Tonnen von hoch radioaktivem Kernbrennstoff, Staub und Trümmern. Wir haben die neue Sicherheitshülle gebaut, um die Ukraine und Europa zu schützen. Jetzt muss sie dringend repariert werden, damit sie nicht einstürzt", sagt Schmieman.
Greenpeace schlägt Alarm. Die Umweltorganisation fordert schärfere Sanktionen der EU gegen den russischen Atomkonzern Rosatom, um Reparaturen zu ermöglichen. Klimaexperte Marc Dengler betont: Atomkraft bleibe ein unkalkulierbares Risiko.
Zusätzlich erschweren immer wieder Angriffe auf die Energieinfrastruktur den Betrieb der Sicherheitsanlagen vor Ort. Um unabhängiger zu werden, soll nun ein Solarkraftwerk direkt am Gelände entstehen und die Stromversorgung sichern.