Vier Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind die Folgen in Österreich noch immer messbar. Neue Auswertungen des Umweltbundesamtes zeigen, wo sich das radioaktive Cäsium-137 im Boden abgelagert hat - und wo die Belastung bis heute anhält.
Besonders betroffen sind Regionen in Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und der Steiermark. Wie stark einzelne Gebiete belastet sind, hängt vorwiegend mit dem Wetter rund um den 26. April 1986 zusammen. Damals fiel in manchen Regionen deutlich mehr Regen - und mit ihm auch radioaktive Partikel.
Cäsium-137 gilt als wichtiger Indikator für die langfristige Strahlenbelastung, da es besonders langlebig ist. Das Umweltbundesamt hat die Entwicklung seit dem Unfall genau dokumentiert. Karten zeigen die Belastung von 1986 bis heute in Zehn-Jahres-Schritten - sogar Prognosen für Mai 2026 sind enthalten.
Österreich war damals stärker betroffen als viele andere Länder in Mitteleuropa. Schon kurz nach dem Unglück begannen heimische Experten mit Untersuchungen. Das Umweltbundesamt veröffentlichte wenige Monate später erste Analysen zu den Auswirkungen.
Gefährlich oder gesundheitsschädlich sind die aktuellen Cäsium-Werte in Österreich freilich nicht. Die Belastung liegt deutlich unter dem EU-Grenzwert.
Zur Überwachung betreibt Österreich ein dichtes Strahlenfrühwarnsystem. Bereits 1975 wurde damit begonnen - damals einzigartig in Europa. Heute gibt es vergleichbare Systeme in vielen Ländern. Kernkraftwerke bleiben indes ein Risiko über Grenzen hinweg. Deshalb sammelt das Umweltbundesamt laufend Informationen zu Atomkraftwerken und anderen Anlagen in Europa.