Mitten in der Stadt entstehen neue grüne Oasen: Miniwälder könnten künftig eine wichtige Rolle im Kampf gegen Hitze und Klimawandel spielen. Beim "Österreichischen Klimatag" an der Uni Wien (8. bis 10. April) zeigen Forscher, wie viel Potenzial in den kleinen Naturflächen steckt.
Die Idee ist simpel, aber wirkungsvoll. Auf Flächen von nur 500 bis 1.000 Quadratmetern - also etwa so groß wie ein Einfamilienhaus-Grundstück - werden dicht Bäume und Sträucher gepflanzt. Statt eintönigem Rasen wachsen dort plötzlich Silberlinden, Ahorn, Weiden und zahlreiche Sträucher wie Weißdorn oder Kornelkirsche.
Mit ihren "Wiener Wäldchen" hat die Stadt Wien ja bereits einen Schritt in die Klimazukunft getan: Es geht dabei um einen dichten, biodiversen und schnell wachsenden Miniatur-Wald, der nach den Prinzipien der "Miyawaki Methode" (Tiny Forest) angelegt wird.
Die urbanen Miniwälder können viel: Sie kühlen ihre Umgebung, speichern Wasser und binden CO2. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Tiere. In ersten Projekten wurden bereits mehr Insekten, Vögel und sogar Nager beobachtet als zuvor.
Der Vorteil: Die Pflanzen werden als günstige Jungbäume gesetzt und brauchen nur wenige Jahre Pflege. Danach wachsen sie weitgehend selbstständig weiter - das spart langfristig Kosten.
Der "Österreichische Klimatag" an der Uni Wien bringt noch bis 10. April rund 300 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Diskutiert wird, wie Umweltprojekte künftig breiter umgesetzt werden können. Auch junge Menschen werden eingebunden: Bei der Jugendkonferenz (10. bis 12. April) tauschen sich Teilnehmer über Klimafragen aus und entwickeln eigene Ideen für die Zukunft.
Ganz ohne Umdenken geht es aber nicht. Denn die Miniwälder sehen bewusst wild aus. Statt gepflegtem Park erinnert vieles eher an eine "Gstettn". Genau das ist aber gewollt, denn die natürliche Vielfalt soll sich frei entwickeln.
In Wien, Schwechat und Wiener Neustadt wird derzeit genau untersucht, wie sich solche Flächen entwickeln. Forscher messen, wie viel Kohlenstoff gespeichert wird und wie stark sich das Mikroklima verbessert.