Mit dem "Wiener Straucherl" startet im April ein Projekt, das selbst kleinste freie Flächen in dicht verbauten Vierteln in lebendige Naturinseln verwandeln soll. Die Idee: Wo kein Platz für Bäume ist, sollen künftig Sträucher für Abkühlung, bessere Luft und mehr Artenvielfalt sorgen.
Das Konzept lehnt sich an das bereits bekannte "Wiener Wäldchen" an – allerdings in kompakter Form. Statt auf größeren Flächen entsteht beim "Straucherl" ein naturnaher Lebensraum von rund 50 Quadratmetern, bepflanzt mit unterschiedlichen Straucharten. Die Struktur orientiert sich an dichten, natürlichen Hecken, die zahlreichen Tieren Schutz und Nahrung bieten.
"Das Wiener Straucherl leitet sich in seiner Grundidee von unserem 'Wiener Wäldchen', das wir bereits 15 Mal in ganz Wien gepflanzt haben", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). "Auch beim Wiener Straucherl geht es in erster Linie um mehr Lebensqualität für unsere Stadt: Gerade im dichtverbauten sorgt jedes Stück Grün für Abkühlung, gute Luft und ist ein erholsamer Blickfang. Zudem ist das Straucherl Nahrungsquelle und Rückzugsort für viele Tiere und Insekten und trägt zur Artenvielfalt in der Stadt bei."
Die ersten Pflanzungen sind bereits geplant. Los geht es im April am Alsergrund, weitere Standorte in mehreren Wiener Bezirken sollen folgen. Besonders im Fokus stehen dicht verbaute Gebiete, in denen für ein größeres "Wiener Wäldchen" schlicht der Platz fehlt.
Der Unterschied: Während beim "Wiener Wäldchen" auch junge Bäume gesetzt werden und mindestens 100 Quadratmeter Fläche nötig sind, besteht das "Wiener Straucherl" ausschließlich aus Sträuchern. Ziel ist eine bewusst naturnahe Gestaltung – die kleinen Grünflächen sollen mit den Jahren sogar ein leicht "wildes" Erscheinungsbild entwickeln.