Die Klimakrise verändert nicht nur das Wetter, sondern auch unser Zusammenleben. Eine aktuelle Studie aus Spanien zeigt jetzt: Hohe Temperaturen sorgen dafür, dass sich Menschen deutlich weniger bewegen - und dadurch auch seltener treffen oder daten.
Analysiert wurden Mobilfunkdaten von rund 13 Millionen Menschen. Das Ergebnis: An heißen Tagen sinkt die Mobilität um bis zu 10 Prozent, an besonders heißen Nachmittagen sogar um 20 Prozent. Die Folge: weniger Begegnungen, weniger Leben in den Städten.
Besonders betroffen sind ältere Menschen. Sie schränken ihre Wege bei Hitze am stärksten ein. Auffällig ist auch: Menschen mit geringerem Einkommen bleiben trotz Hitze eher mobil - oft, weil sie gar nicht die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu bleiben oder sich zurückzuziehen.
Der hitzebedingte Rückzug hat Auswirkungen aufs soziale Gefüge. Bei großer Hitze kommt es zu weniger Durchmischung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Stadtzentren verlieren an Dynamik, das öffentliche Leben verlagert sich zunehmend in die kühleren Abend- und Nachtstunden.
Die Forscher sehen darin eine klare Entwicklung für die Zukunft: Mit steigenden Temperaturen könnten sich unsere Tagesabläufe dauerhaft verändern. Auch gesundheitliche Risiken durch Hitze dürften zunehmen.
Als Gegenmaßnahmen nennen Experten mehr Begrünung und Schatten in Städten. Klimaanlagen allein würden nicht ausreichen - sie könnten sogar dazu führen, dass sich Menschen noch stärker in ihre Wohnungen zurückziehen.