Türkisblaues Meer, feiner Sand und Bilderbuch-Kulissen: Sardinien zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen im Mittelmeer. Doch auf der italienischen Insel gelten für Touristen strenge Regeln. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Geldstrafen – und in manchen Fällen sogar Ärger mit der Justiz.
Wer nach dem Strandtag eine Muschel oder etwas Sand als Erinnerung einpacken will, sollte es lieber lassen. Auf Sardinien ist das Mitnehmen von Sand, Steinen oder Muscheln gesetzlich verboten – selbst kleinste Mengen können teuer werden.
Kontrollen an Flughäfen und Häfen sind keine Seltenheit. Immer wieder erwischen Behörden Urlauber mit vermeintlichen "Souvenirs" im Gepäck.
Die Grundlage für das Verbot liefert ein Regionalgesetz aus dem Jahr 2017. Es untersagt nicht nur das Entfernen von Sand, sondern auch von Kieseln, Quarzgestein und Muscheln. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen zwischen 500 und 3.000 Euro rechnen.
Der Grund für die strengen Regeln: Sardiniens Strände leiden zunehmend unter Erosion. Wind und Wellen tragen Material ab – zusätzlich verschwinden jedes Jahr große Mengen durch Touristen. Behörden beschlagnahmten in der Vergangenheit bereits tonnenweise Sand und Muscheln.
Besonders streng sind die Regeln an empfindlichen Küstenabschnitten. Rund um den berühmten Strand La Pelosa in Stintino dürfen Urlauber keine normalen Frottee-Handtücher auf den Sand legen. Auch an anderen Stränden gibt es ähnliche Vorschriften.
Der Hintergrund klingt zunächst ungewöhnlich: In nassen Handtüchern bleibt Sand haften und wird unbemerkt weggetragen. Hochgerechnet können so über den Sommer hinweg mehrere Tonnen Strand verloren gehen. Stattdessen sind an sensiblen Strandabschnitten Stroh- oder Bastmatten erlaubt. Dort bleibt deutlich weniger Sand hängen, außerdem lassen sie sich leicht reinigen.
An manchen Orten gelten sogar noch strengere Vorschriften: So sind etwa Sandburgen, Rauchen oder das Betreten geschützter Dünen in bestimmten Bereichen verboten. Wer Sardinien besucht, sollte sich daher vorab informieren – sonst kann der Traumurlaub schnell teuer werden.