Neuer Gourmet-Hotspot

Darum reisen Foodies jetzt nach Kroatien

Kroatien will mehr sein als Sommerkulisse: Spitzenküche, Regionalität und neue Genussregionen locken Reisende.
Heute Life
27.05.2026, 19:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Kroatien war lange vor allem eines: Sehnsuchtsort für Badeurlauber. Gegrillter Fisch in der Konoba, ein Glas Wein mit Blick aufs Meer – kulinarisch stand das Land für mediterrane Bodenständigkeit. Doch diese Wahrnehmung verändert sich. Immer stärker entwickelt sich Kroatien zu einer Destination für anspruchsvolle Kulinarikreisen – und die Gastronomie selbst zum Reiseanlass.

Internationale Restaurantführer, regionale Produzenten und eine neue Generation von Spitzenköchen treiben diesen Wandel voran. Das Ziel: eine Küche, die international mithalten kann, ohne ihre regionale Handschrift aufzugeben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Spitzenküche mit regionalem Selbstbewusstsein

"Die kroatische Gastronomie entwickelt sich heute durch eine Generation von Chefs, die ihre Menüs auf mikro-lokaler Ebene gestalten, der Saisonalität folgen und sich auf authentische, autochthone Zutaten stützen", sagt Rudolf Stefan, Küchenchef des Michelin-Restaurants Pelegrini in Šibenik.

Für Stefan liegt gerade darin die Stärke der modernen kroatischen Küche: "Auf diese Weise sprechen wir eine globale kulinarische Sprache, bleiben dabei jedoch tief in unserer eigenen Identität verwurzelt."

Rudolf Stefan, Küchenchef des Michelin-Restaurants Pelegrini in Šibenik
Pelegrini

Dass diese Entwicklung international zunehmend Beachtung findet, zeigen die aktuellen Restaurantbewertungen. Mittlerweile zählt Kroatien 13 Michelin-Sterne-Restaurants. Zu den prominentesten Häusern gehören das mit zwei Sternen ausgezeichnete Agli Amici in Rovinj sowie Restaurants wie Monte in Rovinj, Pelegrini in Šibenik oder das LD Restaurant auf Korčula.

Nachhaltigkeit als Teil des kulinarischen Erfolgs

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Fine Dining. Im Zentrum vieler Küchen steht zunehmend die Herkunft der Produkte. Restaurants arbeiten eng mit kleinen Familienbetrieben, Fischereien und Winzern zusammen, orientieren sich an saisonaler Verfügbarkeit und setzen auf kurze Lieferketten.

„Bleiben dabei tief in unserer eigenen Identität verwurzelt.“

Nachhaltigkeit wird damit zum Qualitätsmerkmal. Mit dem Grünen Michelin-Stern wurden etwa Zinfandel’s in Zagreb, Korak bei Jastrebarsko und die Konoba Mate auf Korčula für ihren ressourcenschonenden Zugang ausgezeichnet.

Die moderne kroatische Küche verbindet dabei traditionelle Rezepte mit zeitgemäßer Interpretation. Klassiker wie die dalmatinische Peka – ein langsam gegartes Schmorgericht – werden neu gedacht, während einfache, produktorientierte Küchenstile an Bedeutung gewinnen.

Kvarner rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit

Besonders im Fokus steht derzeit die Region Kvarner. Das Gebiet zwischen Adriaküste, Inselwelt und den Waldlandschaften des Gorski Kotar wurde vom International Institute of Gastronomy, Culture, Arts and Tourism (IGCAT) zur "European Region of Gastronomy 2026" gekürt.

Ausschlaggebend dafür war laut Jury vor allem das Zusammenspiel von Gastronomie, Landwirtschaft und regionalen Produzenten – sowie die außergewöhnliche Vielfalt der Region. Fisch und Kvarner Scampi treffen hier auf Waldpilze, Beeren, Käse und Olivenöl.

"Initiativen wie Kvarner als Europäische Gastronomieregion sind von außerordentlicher Bedeutung, weil sie junge Chefs und Produzenten zusätzlich motivieren", sagt Rudolf Stefan. Ihre Arbeit sei entscheidend für die Zukunft der kroatischen Gastronomie.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.05.2026, 19:18
Jetzt E-Paper lesen