Die Nacht ist längst angebrochen, die Musik vom letzten Act hallt noch über den Campingplatz und irgendwo zischt eine Dose Bier im Dunkeln. Während im Zelt nebenan die Luftmatratze langsam die Luft verliert und der Regen bereits den Schlafsack erreicht hat, fällt für viele Festivalbesucher die spontane Entscheidung: Heute wird im Auto geschlafen.
Gerade bei Festivals in Österreich wird das Auto für viele zur letzten Rettung vor Schlamm, Kälte oder lärmenden Nachbarn. Doch ist das überhaupt erlaubt? Und worauf sollte man unbedingt achten?
Das eigene Auto direkt neben dem Zelt zu parken, gehört bei vielen Festivals längst zum Standard. Große Events bieten dafür eigene Caravan- oder Wohnmobilbereiche an. Wer dort stehen möchte, braucht allerdings meist ein zusätzliches Ticket oder eine spezielle Plakette.
Einfach mit dem Auto auf jeden Campingplatz fahren darf man deshalb nicht. Gerade auf Festivals achten Securitys mittlerweile streng darauf, wer wo parkt und übernachtet. Der Grund: Viele Veranstalter wollen verhindern, dass Besucher im Auto schlafen, um sich zusätzliche Campinggebühren zu sparen.
Die gute Nachricht: Grundsätzlich ist es auch nicht verboten, im eigenen Auto zu schlafen. Wer unterwegs müde wird oder nach dem Festival nicht mehr fahrtüchtig ist, darf sogar bewusst eine Pause einlegen und schlafen.
Allerdings gelten auf Festivalgeländen oft eigene Regeln: Manche Veranstalter verbieten aus Sicherheitsgründen den Aufenthalt auf Parkplätzen während der Nacht. Dazu zählen dann auch Menschen, die im Auto übernachten möchten. Deshalb lohnt sich vor dem Festival unbedingt ein Blick in die Camping- und Parkplatzregeln. Sonst kann es passieren, dass mitten in der Nacht plötzlich die Security ans Fenster klopft.
Besonders heikel wird es, wenn man auf dem Fahrersitz schläft – vor allem nach Alkohol. Denn sitzt man betrunken hinter dem Lenkrad und steckt der Schlüssel womöglich noch im Zündschloss, könnte das im schlimmsten Fall als Fahrversuch gewertet werden. Deshalb wird dazu geraten, lieber auf der Rückbank oder im umgeklappten Kofferraum zu schlafen. Dort ist nicht nur mehr Platz, sondern man vermeidet auch unangenehme Diskussionen mit Polizei oder Security.
Auch den Motor nachts laufen zu lassen, um das Auto zu heizen oder das Handy zu laden, kann problematisch werden. In Kombination mit Alkohol drohen schnell rechtliche Schwierigkeiten.
Wer friert, sollte deshalb lieber auf warme Kleidung, Decken oder einen guten Schlafsack setzen. Festival-Profis schwören sogar auf zwei günstige Schlafsäcke übereinander – das hält oft besser warm als gedacht.
Was viele unterschätzen: Schon früh am Morgen verwandelt sich das Auto schnell in einen Backofen. Gerade im Sommer kann die Temperatur im Innenraum rasant steigen. Deshalb empfiehlt es sich, Fenster leicht abzudunkeln und, wenn man sich dabei sicher fühlt, einen kleinen Spalt offen zu lassen. Um Sauerstoffmangel muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Autos sind nicht luftdicht gebaut.