Bevor die größte Kunstmesse der Welt am 9. Mai in Venedig ihre Pforten für alle öffnet, tummeln sich schon erste Besucher und Prominente auf der Biennale. Den Rummel für sich wohl am besten nutzen konnte bisher die Wienerin Florentina Holzinger, die heuer den österreichischen Pavillon bespielt.
Gemeinsam mit ihren Schwestern taucht die Performance-Künstlerin mit "Seaworld Venice" in eine Wasserwelt ein, die fernab von maritimen Charme mit provokanten Elementen als feministische Kritik an Umweltverschmutzung und an der Gesellschaft verstanden werden kann.
Die 40-Jährige läutet nicht nur kopfüber und splitternackt die Glocken. Ebenso unbekleidet fährt Holzinger Jetski und räkelt sich in einer weiteren Installation über Wasser, in der Frauen immer wieder hoch- und runterklettern. Besonders schockiert aber ihre Installation, bei der sie gemeinsam mit anderen in einem Wassertank taucht, in dem gefilterter Urin von Besuchern beigesteuert wird, die in zwei mobilen Toiletten nebenan ihre Notdurft verrichten sollen. Die Künstlerin betonte bereits, dass sie auf die vollen Blasen der Gäste zähle. Das gesamte Wassersystem innerhalb des Pavillons soll sich aus dem gesammelten Urin speichern.
Doch in Sachen Exkrementen geht die Wienerin noch einen Schritt weiter. Bei einer Probe wurde nun eine weitere Ekel-Performance gezeigt: In einem seitlichen Maschinenraum zeigt eine Installation, dass hier "etwas schiefgegangen" ist. Schlamm und braunes Wasser spritzen überall herum und erinnern nicht zufällig an Kot. Worum es sich dabei tatsächlich handelt, ist nicht klar, Exkremente sind es aber wohl nicht. Doch alleine die Optik ist nichts für Zartbesaitete.