Die russische Punkband Pussy Riot sorgte am Donnerstag bei der Biennale in Venedig für ordentlich Wirbel: Gemeinsam mit Aktivistinnen der ukrainischen Frauenbewegung Femen protestierten sie lautstark gegen die Wiedereröffnung des russischen Pavillons.
Mit rosa, blauem und gelbem Rauch in der Luft zogen die Anti-Putin-Feministinnen durch das Gelände der Giardini. Dabei skandierten sie Parolen wie "Russlands Kunst ist Blut" und "Ungehorsam", ihre Gesichter verborgen hinter pinken Sturmhauben. Dann stürmten sie den Pavillon.
Pussy-Riot-Gründerin Nadja Tolokonnikowa machte klar, welche russische Kunst ihrer Meinung nach auf die Biennale gehört: jene von Regimekritikern, die "unter absurden Vorwürfen" im Gefängnis sitzen. "Diese Menschen zeigen das wahre Gesicht Russlands", sagte sie.
Der Biennale-Chef Pietrangelo Buttafuoco weist die heftige Kritik an der Russland-Teilnahme hingegen zurück. Er spricht von einer "Werkstatt der Intoleranz" und beklagt Forderungen nach Ausschluss und Zensur. Trotz Krieg und Gewalt dürfe man sich nicht verschließen, so Buttafuoco.
Auch Italiens Kulturminister Alessandro Giuli schoss zuletzt gegen die Entscheidung. Der Biennale-Präsident sei mit seiner "pazifistischen Fantasie" gescheitert, sagte Giuli gegenüber "La Repubblica".