Österreich ist ein Land der Seen – vom mondänen Wolfgangsee bis zum türkisfarbenen Wörthersee. Doch ausgerechnet ein Gewässer, das außerhalb von Wander- und Naturkreisen vielen kaum ein Begriff ist, gilt nun als der beliebteste See des Landes: der Plansee in Tirol.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Ferienhausportals Holidu, das Google-Bewertungen, Wasserqualität und weitere Faktoren beliebter Seen in Österreich analysiert hat. Der Sieger überrascht: Nicht ein prominenter Badesee, sondern ein vergleichsweise ruhiger Bergsee im Tiroler Außerfern steht an der Spitze.
Der Plansee liegt eingebettet zwischen den Ammergauer und Lechtaler Alpen und punktet vor allem mit seiner spektakulären Naturkulisse. Türkisblaues Wasser, steile Berghänge und eine fjordähnliche Landschaft verleihen dem See beinahe nordisches Flair.
Mit einer Durchschnittsbewertung von 4,9 von fünf Sternen und mehr als 2.500 Google-Rezensionen setzte sich der Plansee gegen deutlich bekanntere Konkurrenz durch. Trotz seiner Größe – er zählt zu den größten Bergseen Tirols – bleibt der See vielerorts unter dem touristischen Radar.
Gerade das könnte Teil seines Erfolgs sein. Während andere Sommerdestinationen zunehmend unter Besucherandrang leiden, gilt der Plansee als vergleichsweise ruhig. Wanderer, Familien, Fotografen sowie Segler und Ruderer schätzen die naturnahe Atmosphäre.
Hinter dem Tiroler Spitzenreiter folgen mit dem Vorderen Gosausee und dem Almsee gleich zwei oberösterreichische Seen. Beide erreichen ebenfalls Topbewertungen und zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten Orten des Salzkammerguts.
Besonders der Vordere Gosausee mit Blick auf den Dachstein ist längst ein ikonisches Fotomotiv. Der Almsee wiederum beeindruckt durch glasklares Wasser und eine weitgehend unberührte Naturlandschaft.
Überhaupt zeigt das Ranking eine starke Dominanz des Salzkammerguts: Gleich fünf der zehn bestplatzierten Seen liegen in dieser Region.
Für die größte Überraschung sorgt allerdings der Lünersee in Vorarlberg. Der hochalpine Bergsee auf knapp 2.000 Metern Seehöhe landet auf Rang vier – und ist damit der einzige hochgelegene Bergsee in den Top Ten.
Der türkisfarbene See am Fuß der Schesaplana ist nur per Bergbahn oder Wanderung erreichbar. Gerade diese abgeschiedene Lage dürfte zu seiner besonderen Anziehungskraft beitragen.
Der Boom heimischer Urlaubsdestinationen dürfte auch mit der Qualität der Badegewässer zusammenhängen. Laut EU-Badegewässerbericht erhalten 95,8 Prozent der österreichischen Badestellen die Bestnote "ausgezeichnet". Damit liegt Österreich europaweit auf Platz vier.
In Zeiten steigender Reisekosten und wachsendem Umweltbewusstsein setzen viele Urlauber zunehmend auf Ziele in der Nähe. Der Trend zur sogenannten "Nearcation" – Urlaub vor der eigenen Haustür – spielt Österreichs Seenlandschaften dabei zusätzlich in die Karten.