Ein türkischer Animationsfilm über das Leben des Propheten Mohammed sorgt derzeit in Österreich für politischen Wirbel – "Heute" berichtete. Der Streifen mit dem Titel "571 Rahmet Peygamberi Hz. Muhammed" wird aktuell in heimischen Kinos gezeigt und ist für Kinder ab acht Jahren freigegeben. Besonders aus den Reihen der FPÖ kommt nun heftige Kritik. Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik sieht darin eine problematische Botschaft für junge Zuschauer und schlägt alarmierende Töne an.
Nicht nur politisch, sondern auch in sozialen Netzwerken sorgt der Film derzeit für heftige Debatten. Vor allem auf Facebook gehen die Meinungen weit auseinander. Während einige Nutzer vor möglichen problematischen Botschaften warnen und die Freigabe ab acht Jahren kritisieren, stellen sich andere klar hinter den Film. Sie werfen den Kritikern vor, vorschnell zu urteilen.
In vielen Kommentaren dreht sich die Diskussion vor allem darum, ob der Animationsfilm tatsächlich bedenklich ist – oder ob zahlreiche Menschen ihn verurteilen, ohne ihn überhaupt gesehen zu haben.
Immer wieder ziehen Facebook-User dabei Vergleiche zu bekannten religiösen Filmen und Geschichten aus anderen Glaubensrichtungen. Genannt werden unter anderem "Der Prinz von Ägypten" oder Filme über Jesus.
"Ich habe in meiner Kindheit 'Prinz von Ägypten' geschaut und fand den Film toll", schreibt eine Facebook-Nutzerin. Viele Nutzer kritisieren zudem die unterschiedliche Bewertung religiöser Inhalte: Besonders häufig diskutiert wird dabei die Altersfreigabe. Für viele Eltern ist jedoch klar: "Mein Kind wird diesen Film bestimmt nicht sehen!" Andere Kommentatoren greifen jedoch zu drastischeren Maßnahmen und rufen gleich zu einem Boykott aller Kinos auf, die den Film zeigen.
Der Grundton vieler Kommentare: Man müsse nicht alles gut finden – aber Meinungsfreiheit, Diskussionen und unterschiedliche Perspektiven sollten möglich sein. Genau diese Mischung aus Neugier, Religionsdebatte und Kritik sorgt derzeit für ordentlich Wirbel auf Facebook.
Die Freiheitlichen sehen unterdessen SPÖ-Kultur- und Medienminister Andreas Babler in der Pflicht. Er müsse laut FPÖ klar Stellung beziehen und Konsequenzen prüfen. Zum Abschluss betonte Schuch-Gubik erneut, dass aus ihrer Sicht der Schutz von Kindern sowie gesellschaftlichen Werten im Mittelpunkt stehen müsse.