In Italien wird ab Juni eine neue Regelung für Autofahrer eingeführt: Wer auf einer gebührenpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle länger als üblich im Stau steht, bekommt künftig einen Teil oder sogar die gesamte bezahlte Maut zurück.
Die Verkehrsbehörde in Rom hat festgelegt, dass die Erstattung bereits ab einer Verzögerung von zehn Minuten auf Strecken bis zu 50 Kilometern möglich ist.
Bei längeren Strecken gibt es ab einer Verspätung von 15 Minuten Geld zurück. Dauert der Stau mindestens drei Stunden, wird die gesamte Maut erstattet.
Wie der ORF berichtet, greift die neue Regelung der Verkehrsregulierungsbehörde ART, die ein Recht auf Maut-Rückerstattung bei erheblichen Verkehrsbehinderungen festschreibt, bereits ab der kommenden Woche – also noch vor dem Start der Hauptreisezeit.
Die Entschädigung kann per App beantragt werden, in der alle privaten Autobahnbetreiber Italiens zusammengeschlossen sind.
Die Höhe der Rückerstattung legen die Betreiber fest, allerdings gibt es Vorgaben der Behörden. Ausbezahlt wird das Geld jedoch erst, wenn der zu erstattende Betrag mehr als einen Euro beträgt. Details zur konkreten Umsetzung stehen noch aus.
Unklar ist jedoch noch, inwieweit österreichische bzw. ausländische Autofahrer von der neuen Regelung profitieren können. Wer heuer mit dem Auto nach Italien reist, sollte daher die Fahrzeiten möglichst genau dokumentieren.
Nachdem die Mautgebühren zuletzt angehoben wurden, könnte die neue Regelung zumindest ein kleiner Ausgleich für jene sein, die wertvolle Urlaubszeit im Stau verlieren. Ratsam ist es jedenfalls, Mauttickets, digitale Belege und Zahlungsnachweise sorgfältig aufzubewahren, um mögliche Ansprüche später unkompliziert geltend machen zu können.
Keine Rückzahlung gibt es hingegen bei Notfallbaustellen, Unfällen oder wetterbedingten Störungen.