Die Pizza war jahrzehntelang Italiens demokratischstes Gericht: schnell, günstig, gesellig. Wer Freunde treffen oder mit der Familie essen gehen wollte, landete fast automatisch in der Pizzeria. Doch diese Tradition beginnt zu bröckeln. Neue Daten der italienischen Preisbeobachtungsstelle Altroconsumo zeigen, wie stark die Kosten für Pizza, Getränke und Snacks zuletzt gestiegen sind.
Vor allem Familien spüren die Entwicklung. Lokale, in denen eine Pizza samt Getränk weniger als zehn Euro kostet, werden zur Ausnahme. Der klassische Abend in der Pizzeria verliert damit seinen Ruf als erschwingliches Ritual des Alltags.
Überraschend teuer ist laut der Preisanalyse in 30 italienischen Städten nicht Mailand, sondern Bozen. Dort kostet eine Pizza mit Getränk im Schnitt bereits 15 Euro. Dahinter folgen Palermo und Sassari mit durchschnittlich mehr als 14,50 Euro.
Auch Trient und Florenz bleiben im oberen Preissegment. Rom dagegen hält sich vergleichsweise moderat: Mit durchschnittlich 11,45 Euro zählt die Hauptstadt weiterhin zu den günstigeren Metropolen des Landes.
Die meisten Städte bewegen sich inzwischen zwischen zehn und zwölf Euro. Genau diese Zwölf-Euro-Marke galt noch vor wenigen Jahren als Obergrenze – heute wird sie immer häufiger überschritten. Unter zehn Euro bleiben nur noch wenige Ausnahmen wie Reggio Calabria oder Livorno.
Besonders auffällig sind die Unterschiede innerhalb derselben Stadt. Palermo liefert dafür das extremste Beispiel: Dort reicht die Preisspanne von neun bis 28 Euro – beinahe eine Verdreifachung.
Auch Mailand und Florenz zeigen eine deutliche Polarisierung. In Mailand kostet Pizza mit Getränk zwischen acht und 22,50 Euro, in Florenz zwischen 8,50 und 20 Euro. Die Pizzeria wird damit zunehmend zum Spiegel sozialer Unterschiede: einfache Nachbarschaftslokale einerseits, Gourmet-Inszenierung andererseits.
Weniger extreme Unterschiede gibt es in Reggio Calabria. Dort beträgt die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Angebot lediglich zwei Euro. Ähnlich stabil bleiben Bari, Perugia und Terni.
Im Jahresvergleich erhöhten sich die Preise für Pizza und Getränke laut den aktuellen Daten um durchschnittlich 4,4 Prozent – deutlich stärker als die allgemeine Inflation.
Besonders drastisch fiel der Anstieg in Udine aus, wo die Preise um fast 13 Prozent kletterten. Auch Bari und Pescara verzeichneten zweistellige Zuwächse. Selbst Neapel, die Heimat der Pizza, meldet ein Plus von 7,8 Prozent.
Nur wenige Städte bilden Ausnahmen. In Venedig gingen die Preise leicht zurück, in Parma sogar deutlicher. In Ancona und Perugia blieben sie weitgehend stabil.