Ärger statt Urlaubstraum und dolce vita! Für den Niederösterreicher Lukas* (Name von der Redaktion geändert) wurde die Reise nach Italien zur echten Nervenprobe. Gemeinsam mit seiner Frau und Hündin "Shiva la Bestia" war er mit dem Wohnmobil unterwegs Richtung Mittelmeer – doch plötzlich war Schluss mit der Idylle.
Beim Überholen eines Autos mit italienischem Kennzeichen wurden die drei von einem lauten Knall aufgeschreckt und die Fahrt nahm eine unerwartete Wendung.
"Mit Lichthupe forderte mich ein Ford-Fahrer auf, ihm auf den Pannenstreifen zu folgen", erzählt Lukas im "Heute"-Talk.
Vor Ort dann der Vorwurf: Der Niederösterreicher soll mit seinem Wohnmobil den Seitenspiegel des anderen Autos gestreift haben. Tatsächlich entdeckte Lukas einen schwarzen Streifen am Fahrzeug, auch der Spiegel des Fords wirkte locker.
Laut Lukas entwickelte sich sofort eine hitzige Diskussion. "Er meinte, ich hätte seinen Seitenspiegel erwischt und verlangte plötzlich 600 Euro", erzählt der Niederösterreicher. Lukas blieb jedoch ruhig und verwies auf seine Versicherung – doch das wollte der andere Lenker offenbar nicht hören. "Er sagte, das sei zwischen Österreich und Italien zu kompliziert", so Lukas. Am Ende konnte er die Forderung zumindest deutlich drücken: Statt 600 Euro einigte man sich auf 50 Euro. Dennoch bleibt bei ihm ein bitterer Beigeschmack.
Am Ende zahlte Lukas die geforderten 50 Euro. "Ich habe es dann gut sein lassen, dann gehen wir halt einmal weniger essen", sagt er. Erst im Nachhinein kam der Verdacht auf: Bekannte machten ihn auf den sogenannten "Spiegeltrick" aufmerksam. Dabei täuschen Betrüger auf Autobahnen Schäden vor, etwa indem sie einen Gegenstand gegen das Auto werfen und kurz darauf auf einen angeblich beschädigten Spiegel hinweisen.
Um die Geschichte glaubhaft zu machen, wird oft sogar ein Kratzer am Auto angebracht. Danach geht alles ganz schnell: Die Betrüger verlangen mehrere Hundert Euro für einen angeblichen Schaden und setzen ihre Opfer unter Druck. Polizei oder Versicherung sollen dabei auf keinen Fall eingeschaltet werden und genau das macht die Masche besonders perfide. Ob Lukas Opfer einer solchen Masche wurde, ist unklar: Er hatte bisher keine Möglichkeit eine Anzeige zu erstatten.
Um nicht in die Falle zu tappen, rät der ÖAMTC zur Vorsicht: "Nicht anhalten, wenn man sicher ist, dass kein Unfall passiert ist. Im Zweifel lieber eine belebte Tankstelle oder einen sicheren Ort ansteuern." Wichtig: Auf keinen Fall sofort zahlen, sondern auf die Polizei bestehen. Im Notfall hilft jederzeit der Euronotruf 112.