Noch vor wenigen Wochen wurde noch vor weiter steigenden Ticketpreisen gewarnt – doch: Der große Sommer-Ansturm blieb aus. Jetzt geraten die Flugpreise massiv unter Druck. Vor allem Billig-Airlines wie Ryanair, Wizz Air, easyJet oder Vueling werfen plötzlich Tickets zu Kampfpreisen auf den Markt, um ihre Maschinen überhaupt vollzubekommen. Auf manchen Strecken sind die Preise innerhalb von nur zwei Monaten um bis zu 71 Prozent abgestürzt.
Das zeigt eine Analyse der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera", die mehr als 50 nationale und internationale Flugverbindungen untersucht hat. Verglichen wurden die günstigsten verfügbaren Tickets für Ende Juli – also mitten in der Ferien-Hochsaison.
Besonders stark sinken die Preise auf beliebten Mittelmeer-Routen. Bei mehreren Verbindungen wurden gar zweistellige Preisrückgänge verzeichnet. Den größten Absturz verzeichnet laut Analyse die Verbindung Bergamo–Madrid: Kostete der Flug vor zwei Monaten noch 244 Euro, sind es jetzt nur mehr 72 Euro – ein Minus von fast 71 Prozent.
Für Österreich-Urlauber könnte das zum Vorteil werden: Gerade Flüge nach Rom, Mailand, Neapel oder Bari könnten heuer kurzfristig günstiger zu haben sein als noch im Frühjahr erwartet. Ein schneller Blick zeigt, für Ende Juli sind aktuell Flüge von Wien nach Cagliari auf Sardinien um nur rund 150 Euro erhältlich. Nach Neapel ist man mit rund 80 Euro dabei und für einen Flug nach Palermo müssen nur rund 100 Euro berappt werden.
Für die Fluglinien ist die Entwicklung ein Problem. Denn gleichzeitig steigen die Kosten massiv. Laut Analysten hat sich der Preis für Flugtreibstoff zuletzt beinahe verdoppelt.
Die Airlines verdienen also weniger pro Ticket, müssen aber deutlich höhere Betriebskosten stemmen. Trotzdem drücken viele Gesellschaften derzeit die Preise nach unten, um leere Sitze zu vermeiden.