Trotz einer kurzen Waffenruhe bleibt die Lage im Nahen Osten weiter angespannt. Noch immer können Schiffe die Straße von Hormus nicht frei passieren, die Blockade treibt die Preise für Öl und Gas nach oben.
Die Auswirkungen sind massiv: In Europa könnte die Kerosin-Knappheit bald ankommen. Laut dem Branchenverband Airports Council International Europe (ACI) steht Europa vor einer "systematischen Kerosin-Knappheit in drei Wochen". Auch die EU-Kommission warnt vor Engpässen in wenigen Wochen, europäische Flughäfen müssen sich auf einen Krisenmodus einstellen, sollte die Hormus-Blockade weiter andauern.
Aufgrund der angespannten Lage rechnet der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) Gabriel Felbermayr mit deutlich höheren Kosten für Flugreisende. "Die Ticketpreise werden stark steigen, damit wird die Nachfrage nach Flugdienstleistungen zurückgehen", sagte er im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Sinke die Nachfrage, sinke auch das Angebot, weswegen einzelne Flugverbindungen ausfallen könnten, warnte Felbermayr.
Aus dem Grund sei auch an Tankstellen mit keiner Entlastung zu rechnen. Tankrabatte, wie es die deutsche Bundesregierung plant, hält er nicht für richtig. Spritvergünstigungen würden keine Anreize schaffen, weniger oder langsamer zu fahren, wie es in Zeiten von Benzinknappheit angemessen wäre, betonte er. "Das wiederum bedeutet, dass wir zu viel Nachfrage nach den knappen Rohstoffen haben, und das treibt erst recht die Marktpreise von Diesel und Benzin nach oben."
Felbermayr plädierte stattdessen für Investitionen am Strommarkt. So könne man dafür sorgen, "dass dauerhaft die Steuerbelastung in diesem Bereich geringer wäre".