Der ORF kommt einfach nicht zur Ruhe: Die Causa Roland Weißmann sorgt beim Öffentlich-Rechtlichen weiterhin für Aufsehen. Der ehemalige Generaldirektor klagt seinen früheren Arbeitgeber auf rund 3,9 Millionen Euro – und nun werden auch noch neue Vorwürfe bekannt.
Darüber sprach NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter im ORF-Morgenjournal am Donnerstag. So sei in der aktuellen Debatte festzustellen, dass es im ORF "über Jahre hinweg" ein "toxisches Betriebsklima" gegeben habe. Viele Mitarbeiter hätten sich an die pinke Mandatarin gewandt und von diversen Vorkommnissen erzählt.
"Sie sprachen von Mobbing, Bossing, verbalen sexuellen Übergriffen. Sie haben außerdem Gerüchte über Drogenmissbrauch und K.O.-Tropfen bei Weihnachtsfeiern auf den Tisch gelegt", so Brandstötter. Ihr Resümee: "Ein Desaster, dieses Bild."
Die Politikerin forderte vom ORF eine neue Unternehmenskultur ein. "Das ist nicht nur wichtig für die Mitarbeiter, sondern auch für die Stakeholder – also die Zivilgesellschaft." Diese würden einen "massiven Vertrauensverlust" erleben, was ein "ideales Sprungbrett" für alle sei, die den ORF generell infrage stellen und abschaffen wollen, so Brandstötter.
Anfang Mai wird der Posten des neuen ORF-Generaldirektors ab 2027 neu ausgeschrieben. Dabei sollten laut der pinken Mediensprecherin neue Spielregeln gelten. "Es ist Aufgabe des Stiftungsratsvorsitzenden, ein ordentliches und transparentes Ausschreibungsverfahren durchzuführen, das dafür sorgt, dass die beste und kompetenteste Person ausgesucht wird", sagte sie.
Wichtig sei, dass bereits im Vorfeld kommuniziert werde, welche Fähigkeiten und Ausbildungen die Person mitbringt. Bei einem öffentlichen Hearing könnten sich außerdem alle ein Bild davon machen, forderte sie.