Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: Nach mehreren Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff werden jetzt weltweit Passagiere gesucht, die möglicherweise mit dem gefährlichen Hantavirus in Kontakt gekommen sind. Besonders im Fokus steht Flug 4Z132 der südafrikanischen Airline Airlink, wie die deutsche "Bild" berichtet.
Auf der "MV Hondius", die von Ushuaia (Argentinien) durch den Atlantik unterwegs war, starben zuletzt drei Passagiere nach einer Infektion mit dem grippeähnlichen Virus. Vier weitere Urlauber haben sich laut WHO ebenfalls angesteckt. Die Erkrankten litten unter Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Lungenentzündungen und Atemnot.
Das Hantavirus wird normalerweise durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere – etwa Mäusen – übertragen. Die WHO geht nun aber davon aus, dass es auf dem Schiff auch zu Ansteckungen von Mensch zu Mensch gekommen sein könnte. Insgesamt befanden sich 147 Passagiere an Bord.
Besonders besorgt sind die Behörden wegen eines Fluges vom 25. April: Eine Urlauberin des Kreuzfahrtschiffs wurde damals von der Insel St. Helena nach Südafrika ausgeflogen. Die Niederländerin (69) starb später im Krankenhaus an den Folgen der Infektion. Zuvor war bereits ihr Mann (70) verstorben, später auch eine Person aus Deutschland. Laut Berichten soll es sich um eine Frau aus dem Raum Passau handeln.
Jetzt sucht die WHO dringend nach den 82 Passagieren von Flug 4Z132. Die Maschine vom Typ Embraer 190 hob um 14.40 Uhr (Greenwich Mean Time) in St. Helena ab und landete um 20.31 Uhr (South African Standard Time) in Johannesburg. "Die Kontaktverfolgung der Passagiere des Fluges wurde eingeleitet", schreibt die WHO.