Flugtouristen müssen sich im bevorstehenden Sommer auf weiter steigende Ticketpreise einstellen. Vor allem die Kerosinknappheit infolge des Iran-Kriegs treibt die Kosten und verengt das mögliche Angebot.
Das geht aus einer aktuellen Branchen-Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervor. Während die Krisenregion Nahost als Reiseziel ausfällt, werden Reisen nach Asien und Australien wegen der fehlenden Umsteigekapazitäten am Persischen Golf deutlich teurer.
Die internationalen Flugpreise haben sich laut n-tv.de bereits um 5 bis 15 Prozent erhöht. Zusätzlich haben viele Gesellschaften wieder separate Kerosinzuschläge eingeführt und verlangen höhere Preise für Nebenleistungen wie Gepäck oder Reservierungen.
Profitieren könnten süd- und südwesteuropäische Ziele wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien, wenn Fernreisepläne aufgegeben werden. "Buchungsdaten deuten aktuell auf einen Nachfrageanstieg von 32 Prozent im Jahresvergleich für Spanien und von rund 20 Prozent für Italien, Griechenland und Portugal hin", sagt Allianz-Trade-Expertin Maria Latorre.
"Für Reisende wird Fliegen erst einmal spürbar teurer", warnt Latorre. "Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten rasch entspannt, bleiben die Effekte auf Preise und Angebot über die Ferienzeit hinaus bestehen."
Selbst bei einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus würde es nach Schätzungen der Allianz Trade drei bis sechs Monate dauern, bis Förderung und Raffinerieauslastung im Mittleren Osten wieder weitgehend normalisiert sind. Das Risiko physischer Kerosinknappheit im Frühsommer steigt.