In Griechenland bekommen Touristen direkte Gefahren durch den Konflikt im Nahen Osten zwar nicht zu spüren, jedoch die Folgen - und das direkt im Portemonnaie. Nicht nur die Energie-, sondern auch die Lebensmittelpreise steigen in dem beliebten Urlaubsland am Mittelmeer. Griechenland steuert jetzt dagegen und reagiert mit dem größten Entlastungspaket seit Jahren.
Am 23. März stellte Premierminister Kyriakos Mitsotakis ein Notprogramm im Umfang von 306 Millionen Euro vor, mit dem die Preise für Urlauber stabil bleiben sollen, wie etwa die "Griechenland-Zeitung" berichtet. Das Programm soll zunächst in den Monaten April und Mai gelten und konkret an drei Stellen ansetzen: Kraftstoffpreise, Fährtickets und Beihilfen für Landwirte.
So soll es für jeden Liter Kraftstoff eine Unterstützung von 16 Cent geben. Mit Mehrwertsteuer wirkt sich das mit etwa 20 Cent weniger auf den Preis an der Tankstelle aus. Außerdem wird eine digitale Tankkarte, der sogenannte "Fuel Pass" eingeführt. Damit sollen Menschen ungefähr 50 Euro in zwei Monaten auf dem Festland und 60 Euro auf den Inseln sparen.
Zusätzlich gibt es Hilfe für Fährunternehmen. Sie bekommen einen Ausgleich, müssen dafür aber ihre Ticketpreise senken. So sollen die Preise ungefähr auf dem Niveau vom letzten Jahr bleiben.
Und dann wären da noch die Landwirte. Da auch die Düngemittelpreise gestiegen sind, erhalten sie 15 Prozent ihres Einkaufspreises zurück. Die Kosten des Maßnahmenpakets sollen sowohl aus dem Staatshaushalt als auch aus der Besteuerung von Gewinnen aus Online-Glücksspielen im Casino-Stil gedeckt werden. Durch Letzteres sollen etwa 100 Millionen Euro eingenommen werden.
Dennoch macht sich die Krise bereits in den Buchungszahlen bemerkbar. Reiseagenturen und Hoteliers in Athen berichten übereinstimmend von einer merklichen Verlangsamung bei den Buchungen. Viele potenzielle Urlauber dürften zögern und beobachten, wie sich die wirtschaftliche Situation weiterentwickelt.
Zudem hat sich das Urlaubsverhalten schon in den vergangenen Jahren stark verändert, wie eine aktuelle NielsenIQ-Erhebung laut der griechischen Tageszeitung "Ekathimerini" zeigt. Demnach frühstückt fast jeder vierte ausländische Tourist mittlerweile im eigenen Appartement. Knapp ein Fünftel kocht auch mittags – und vier von zehn Urlaubern kaufen ihre Strandsnacks lieber im Supermarkt als in der Taverne.