Spritpreis-Explosion

Vorsicht! Dieser beliebte Tank-Trick kann teuer werden

Sonnenblumenöl statt Diesel? Klingt nach einem günstigen Trick. Doch genau das kann in Österreich schnell strafbar werden.
Artiola  Zhabota
04.04.2026, 06:45
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Es klingt wie ein genialer Hack in Zeiten hoher Spritpreise: Statt Diesel einfach Sonnenblumenöl tanken. Auf TikTok zeigen Nutzer immer wieder, wie sie literweise Pflanzenöl in den Tank kippen. Was dabei oft ausgeblendet wird: Die rechtlichen Folgen können erheblich sein. Denn wer sein Auto mit Sonnenblumenöl betankt, bewegt sich in Österreich schnell im Bereich der Steuerhinterziehung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Rechtlich problematisch

Der entscheidende Punkt liegt nicht nur in der Technik – sondern vor allem im Steuerrecht. Kraftstoffe wie Diesel unterliegen in Österreich der Mineralölsteuer. Diese ist bereits im Preis enthalten und stellt einen wesentlichen Teil der Kosten an der Zapfsäule dar.

Sonnenblumenöl hingegen ist ein Lebensmittel – und wird entsprechend ganz anders besteuert. Wer es als Treibstoff verwendet, umgeht damit faktisch diese Abgabe.

"Da Pflanzenöl nicht als Kraftstoff eingestuft ist, sondern als Lebensmittel, ist die Besteuerung günstiger. Sobald ein Kraftfahrzeug mit etwas anderem als mit ausgewiesenem Kraftstoff betankt wird, besteht grundsätzlich das Delikt der Steuerhinterziehung", betont ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl im "Heute"-Interview.

Auch Heizöl, das dem Diesel ja viel ähnlicher ist, darf nicht als Kraftstoff getankt werden.

Was im schlimmsten Fall droht

Auch wenn viele das Thema als "Grauzone" wahrnehmen – rechtlich ist die Lage deutlich klarer: Wer ein Fahrzeug mit nicht zugelassenem, nicht versteuertem "Kraftstoff" betreibt, kann sich strafbar machen. Je nach Fall drohen Nachzahlungen, Geldstrafen oder weitere Konsequenzen.

Wie hoch diese ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Klar ist aber: Der vermeintliche Spartipp kann schnell teuer werden.

Social Media blendet Risiko aus

Auf Plattformen wie TikTok wird das Thema oft stark vereinfacht dargestellt. Der Fokus liegt auf dem vermeintlichen Sparpotenzial – nicht auf den rechtlichen Risiken. So entsteht schnell der Eindruck, es handle sich um einen cleveren Trick statt um ein mögliches Finanzdelikt.

Auch technisch keine gute Idee

Neben der rechtlichen Seite gibt es auch technische Risiken. Moderne Dieselmotoren sind auf normierte Kraftstoffe ausgelegt – Pflanzenöl gehört nicht dazu: "Öle aus dem Supermarktregal werden schon beim Starten des Motors zu Problemen führen, viele Dieselmotoren springen erst gar nicht an", erläutert Kerbl abschließend.

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