Schwere Anschuldigungen erschüttern derzeit die Unterhaltungsbranche – und die Reaktionen werden immer deutlicher. Während in Österreich Vorwürfe gegen Christopher Seiler im Raum stehen, meldet sich nun auch Austropop-Star Julian Le Play mit eindringlichen Worten und bezieht klar Stellung.
In einem ausführlichen Statement reagiert der Musiker auf aktuelle Schlagzeilen und geht weit über eine bloße Distanzierung hinaus.
"Nicht alle Männer sind Täter. Aber alle Männer sind Teil des Nährbodens, aus dem Täter wachsen – aktiv oder passiv, wissentlich oder unwissentlich", schreibt er und macht klar, dass es für ihn ein strukturelles Problem sei.
Besonders die Vielzahl aktueller Anschuldigungen wie etwa gegen Christopher Seiler oder Christian Ulmen lasse ihn nicht los: "Zu Recht ist der Aufschrei gerade groß. Die publik gewordenen Vorwürfe der letzten Wochen sind erschütternd." Gleichzeitig betont er trotz allem die Unschuldsvermutung, doch "das Gesamtbild schreit so laut wie selten".
Le Play fordert ein Umdenken – vor allem bei Männern selbst. Es reiche nicht, sich von extremen Fällen zu distanzieren: "Das alleine wäre eine vergebene Chance à la: 'Das ist ja wirklich schlimm, aber so sind gottseidank nur die anderen. Weiter geht’s.'"
Du oder jemand, den du kennst, benötigt Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt?
Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Stattdessen müsse man sich mit eigenen Denkmustern auseinandersetzen – von sexistischen Witzen bis hin zu Machtstrukturen. "Wir alle sind mit sehr viel sexistischer Scheiße groß geworden. Es ist Zeit, das auszusortieren", schreibt er eindringlich und schließt mit einem klaren Appell: "Das Problem geht von uns Männern aus, also müssen wir es auch lösen."