Die Debatte rund um Christopher Seiler reißt nicht ab und bekommt jetzt eine besonders deutliche Stimme aus der heimischen Musikszene. Sängerin Mathea meldet sich auf Instagram zu Wort – und spart nicht mit Kritik.
In ihrem Posting findet Mathea klare Worte zur aktuellen Lage: Gleich zu Beginn macht sie ihre Emotionen deutlich: "Ich bin wütend."
Sie spricht von zwei öffentlich gewordenen Fällen von Gewalt und sexualisierter Gewalt innerhalb kürzester Zeit und betont, dass dies wohl nur die Spitze des Eisbergs sei. Besonders kritisch sieht sie Machtstrukturen in der Branche: Viele Männer, zu denen Fans aufblicken, seien "problematisch", manche sogar Täter.
Auch den konkreten Fall rund um Christopher Seiler spricht sie direkt an und positioniert sich unmissverständlich.
Mathea zeigt sich schockiert darüber, wie Teile der Öffentlichkeit reagieren: Dass ein Künstler trotz schwerer Vorwürfe plötzlich gefeiert werde, nur weil er ein Fehlverhalten einräume, könne sie nicht nachvollziehen.
Ihr Standpunkt ist klar: Ein Geständnis sei "das absolute Minimum" – und ändere nichts an der Schwere der Vorwürfe.
Du oder jemand, den du kennst, benötigt Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt?
Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Besonders hart geht sie mit jenen ins Gericht, die Seiler öffentlich verteidigen. Für Mathea ist es "kaum zu begreifen", wie schnell übergriffiges Verhalten relativiert werde, sobald es um bekannte Persönlichkeiten geht: "Wie naiv manche Menschen ihre offensichtlich übergriffigen Idole feiern und verteidigen, ist für mich kaum zu begreifen und macht mich einfach nur traurig."
Mathea ist damit nicht allein. Auch Ernst Molden hatte sich zuvor geäußert und dabei betont, dass die Anzeige "zu Recht" erfolgt sei. Ina Regen, die Poxrucker Sisters, Slomo, Florian Fendrich und etliche andere heimische Künstler äußerten sich ebenfall kritisch gegenüber Christopher Seiler.