Die Causa rund um Christopher Seiler sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Gegen den Musiker läuft ein Ermittlungsverfahren, nachdem eine Frau Anfang März Anzeige erstattet hatte. Der Vorfall soll sich nach einem Videodreh zu einem Musikprojekt ereignet haben.
Sowohl die betroffene Frau als auch Seiler wurden bereits einvernommen. Die Justiz stuft den Verdacht als "ernst" ein, gleichzeitig gilt für Seiler die Unschuldsvermutung. Details zum genauen Ablauf gehen auseinander, auch im öffentlichen Raum kursieren unterschiedliche Darstellungen.
Während viele Projekte – von Konzerten mit Seiler und Speer bis hin zu neuen Veröffentlichungen – vorerst weiterlaufen sollen, blieb es von Seiler selbst lange still.
Am Dienstagabend meldete sich der Musiker nun erstmals persönlich zu Wort – mit einem ausführlichen Statement auf Instagram und Facebook. Darin entschuldigt er sich, weist aber auch Teile der Vorwürfe entschieden zurück.
Das ist sein Statement im Wortlaut:
"Man sagt ja, reden ist Silber und schweigen ist Gold. Ich glaube aber, in der Causa trifft das nicht einmal ansatzweise zu. Was da vor zwei Wochen passiert ist, das geht in keiner einzigen Welt ,in meiner schon gar nicht, irgendwie korrekt, oder ist irgendwie in einer Form entschuldbar. Man geht zu keiner Person, egal in was für einem Zustand, egal, wie illuminiert man ist, nimmt sie so und schmiert ihnen Kokain auf die Lippen. So ein Verhalten hat in unserer Gesellschaft nichts zu tun. Das hat mit Menschlichkeit nichts zu tun. Mit Vorbild sein überhaupt nichts zu tun. Hat überhaupt nichts da verloren.
Geniere ich mich dafür? Absolut. Aber sowas von. Tut es mir leid? Von Herzen. Absolut. Tut es mir leid um die Person, die es betrifft? Absolut. Werd ich alles dafür tun, dass das erlebte erleichtert wird, zum Verarbeiten? Werde ich alles in meiner Macht stehende dafür tun, dass das eben erleichtert wird? Absolut. Alles, alles, was mir zur Verfügung steht, werd ich dafür einsetzen. Werd ich die Konsequenzen tragen? Absolut. Halt ich meinen Kopf hin für die Strafe? Absolut. Gehört alles mir. Ich habe gelernt, wenn du Fehler machst, dann musst du dafür gerade stehen. Und dann schaust du noch, dass das, was du da gemacht hast, irgendwie noch bereinigst. Irgendwie besser machst. Das alles, das gehört alles mir und da gibt es keine Entschuldigung.
Was ich allerdings nicht trage und was absolut nicht mir gehört, sind irgendwelche Fantasiegebilde über Dinge, die nie im Raum standen. Ich kenne die Anzeige. Ich kenne die Aussagen. Ich weiß, was geschehen ist. Es gab keine dunklen Gassen. Es gab keinen sexuellen Übergriff. Es gab keine körperliche Gewalt. Da ist niemand geschlagen worden. Es wurde niemandem der Mund aufgerissen. Ich war nicht alleine, in irgendeinem Auto, in irgendeiner dunklen Gasse, sondern bei einem Wohnzimmertisch. Da gab es noch einen Zeugen. Diese ganzen Schauergeschichten, die einfach nur erfunden werden, der Sensation halber, das hat auch nichts mit Menschlichkeit zu tun. Gerechtigkeit heißt, dass ich meine Strafe kriege, für das, was ich gemacht habe. Nicht mehr und nicht weniger. Aber sicher nicht, für irgendwelche Geschichten, die sich tatsächlich irgendeiner ausgedacht hat, nur damit diese Tat noch sensationeller wird und dass es noch größer wird und der Wow-Effekt kommt.
Alles schön und gut. Wenn das Geschäft so funktioniert, dann soll es so funktionieren. Aber für das halte ich nicht meinen Kopf hin. Für irgendwelche Schauergeschichten. Dann schreibt Kinderbücher. Aber das nicht. Also bei aller Liebe, was passiert ist, ist schlimm genug. Und für das, was passiert ist, halte ich jede Faser meines Körpers hin und die Strafe nehme ich, weil wie gesagt, die gehört mir. Aber für irgendwelche Fantasien, für irgendwelche kranken Köpfe: Never. Gar nichts.
Was bleibt mir jetzt noch zu sagen? 1.000 Mal Entschuldigungen an alle, die das betroffen hat. Weil ich glaube, meine Familie hat das genauso betroffen, mein Umfeld hat das betroffen, viele Fans hat das natürlich schockiert, was da passiert ist. Und das, was passiert ist, ist schlimm genug. Aber nicht das, was nicht passiert ist. Für das brauche ich mich nicht zu entschuldigen, weil das habe ich nie getan. Und werde ich auch nicht tun. Tschuldigung von meiner Seite. Mein Weg wird jetzt eh noch steinig genug. Wichtig ist jetzt, dass es der betreffenden Person dann besser geht und dass das halbwegs, irgendwie noch, wieder irgendwie ins Reine kommt. Ja, wie gesagt, ich geh meinen Weg weiter. Die letzten zwei Wochen haben sich jetzt nicht gut angefühlt, aber ich glaube, der Weg ist der richtige. Euch kann ich nur wünschen, bleibt sauber und schaut auf euch. So kommen wir alle gut durch, glaub ich. Servas"