Experten schlagen Alarm

Krieg im Iran – jetzt droht Preisschock im Supermarkt

Steigende Energiepreise durch den Iran-Krieg könnten bald auch Lebensmittel treffen. Experten erwarten rasche Folgen – vor allem bei Grundnahrung.
Newsdesk Heute
25.03.2026, 08:07
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Steigende Energiepreise infolge des Kriegs im Nahen Osten könnten bald auch die Supermarktregale erreichen. Experten warnen, dass sich die aktuellen Entwicklungen auf den globalen Märkten rasch auf die Kosten für Lebensmittel auswirken dürften.

"Nach bisherigen Erfahrungen dauert das nicht lange", sagte WIFO-Agrarökonom Franz Sinabell im Interview. Als Hauptgründe nennt er steigende Produktions- und Transportkosten sowie deutlich teurere Düngemittel.

Ein zentraler Faktor ist die enge Verknüpfung zwischen Energie- und Agrarmärkten. "Teurere Energieträger stehen generell in Verbindung mit Preisanstiegen von Agrargütern", so Sinabell. "Wenn Preise für manche Energieträger steigen, ist es so, dass in der Regel die Energie insgesamt teurer wird, weil die verschiedenen Träger substituiert werden können. Das heißt, wenn Rohöl teurer wird, wird beispielsweise auch Gas teurer."

Preise bei Düngemitteln steigen

Diese Entwicklung wirkt sich gleich mehrfach auf die Landwirtschaft aus. Einerseits werden Treibstoffe wie Diesel für die Produktion benötigt, andererseits stehen Energie und Lebensmittel in direkter Konkurrenz. "Und weil aus Getreide wie Weizen oder auch Raps nicht nur Nahrungsmittel erzeugt, sondern auch Energieträger wie Treibstoffe produziert werden, besteht hier eine Wechselwirkung", erklärte der Experte. "Wir brauchen Energieträger wie Diesel auch, um Agrargüter herzustellen."

Zusätzlichen Druck erzeugen steigende Preise bei Düngemitteln. Vor allem Stickstoffdünger, dessen Herstellung stark von Erdgas abhängt, wird teurer und knapper. Ein wesentlicher Teil der weltweiten Produktion liegt im Nahen Osten – einer Region, die aktuell besonders von den geopolitischen Spannungen betroffen ist.

Öl, Mehl und Milchprodukte betroffen

Wie stark die Preise letztlich steigen werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Klar ist für Experten jedoch: Besonders bei Öl, Mehl, Butter und später auch bei Milchprodukten könnten Preissteigerungen spürbar werden.

Anstieg der Preise "alarmierend"

Schon vor der aktuellen Eskalation war die Lage angespannt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bezeichnete den Anstieg der Düngemittelpreise bereits vor dem Iran-Krieg als "alarmierend". Viele Betriebe hätten im Ackerbau zuletzt "kaum kostendeckend produziert".

Die Situation verschärfte sich durch die Blockade der Straße von Hormus, die die weltweite Versorgung mit wichtigen Rohstoffen beeinträchtigt. Schätzungen zufolge stammen bis zu 40 Prozent der Stickstoffdünger und ihrer Vorprodukte wie Ammoniak und Schwefel aus der Golfregion. Insgesamt entfallen mehr als zehn Prozent der globalen Düngemittelexporte auf diese Region.

Fachleute gehen daher davon aus, dass die Auswirkungen des Konflikts schon bald bei den Konsumenten ankommen werden – vor allem beim täglichen Einkauf. Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass es in Europa zu Lebensmittel-Engpässen kommen wird.

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