Die Luft wird wieder dicker: In mehreren Teilen Europas droht derzeit eine spürbare Verschlechterung der Luftqualität. Grund sind steigende Feinstaubwerte, wie der Copernicus-Klimadienst warnt.
Feinstaub kann Husten, Halsschmerzen und Atemnot verursachen. Zudem steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck. Auch die Lunge kann durch Feinstaub (PM2.5) geschädigt werden. Besonders gefährdet sind Kinder und Senioren.
Hinter dem Feinstaub-Anstieg steckt ein Mix aus mehreren Faktoren: Vor allem Ammoniak aus der Landwirtschaft spielt jetzt im Frühling eine zentrale Rolle. Beim Ausbringen von Düngemitteln gelangen große Mengen in die Luft, die sich mit Stickoxiden aus dem Straßenverkehr verbinden. Daraus entstehen feine Partikel - Feinstaub.
Verstärkt wird das Staubgemisch durch die aktuelle Wetterlage. Kalte Morgen und mildere Temperaturen untertags sorgen für stabile Luftschichten, in denen sich Schadstoffe anreichern. Dazu kommen derzeit steigende Pollenbelastungen durch Birke und Erle.
"Die Feinstaubkonzentrationen in Bodennähe werden ansteigen", erklärt CAMS-Direktor Laurence Rouil, der die aktuelle Situation als "bemerkenswert" einstuft. Besonders betroffen sind Länder wie Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien oder Großbritannien.
Bereits in den vergangenen Wochen sorgten Saharastaub-Wolken für kurzfristige Spitzenwerte beim Feinstaub. Der Staub aus Nordafrika erreichte sogar Nordeuropa und führte zu dunstigem Himmel und erhöhten Messwerten.
Fakt ist: Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie komplex das Problem ist: Landwirtschaft, Verkehr, Wetter und sogar Wüstenstaub greifen ineinander.