Barcelona verschärft den Kampf gegen den Massentourismus – und nimmt dabei einmal mehr die Kreuzfahrturlauber ins Visier. Wer künftig nur für wenige Stunden in der katalanischen Metropole anlegt, könnte indirekt deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Die Stadt plant, die Tourismusabgabe für Tagesgäste von derzeit vier auf acht Euro zu verdoppeln.
Die Maßnahme soll bereits in den kommenden Monaten in Kraft treten und damit früher als ursprünglich erwartet. Für viele Reisende dürfte die Änderung zunächst allerdings kaum sichtbar sein – zumindest nicht auf den ersten Blick.
In der Regel sind Hafenabgaben und touristische Gebühren bereits im Reisepreis enthalten. Ob die höheren Kosten tatsächlich bei den Urlaubern landen, hängt daher vor allem von den Reedereien ab. Diese müssen entscheiden, ob sie die zusätzliche Belastung selbst tragen oder über das Bordkonto an ihre Gäste weitergeben.
Damit könnte der beliebte Kurzstopp in Barcelona künftig teurer werden – insbesondere für Passagiere, die mehrere Mittelmeerhäfen anlaufen und mit steigenden Nebenkosten rechnen müssen.
Die Gebührenanhebung ist Teil einer umfassenderen Strategie der Stadt gegen die Folgen des Massentourismus. Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni machte seine Haltung gegenüber dem boomenden Kreuzfahrtgeschäft zuletzt deutlich. Der spanischen Zeitung El País sagte er unmissverständlich: "Ich möchte Kreuzfahrtpassagiere davon abhalten, nach Barcelona zu kommen."
Bis 2030 soll zudem die Zahl der Kreuzfahrtterminals reduziert werden. Ziel sei es, den Zustrom an Tagesgästen besser zu kontrollieren und die Belastung für Infrastruktur und Bevölkerung zu verringern.
Die geplante Kreuzfahrtsteuer ist nur ein Baustein im Maßnahmenpaket der Stadt. Bereits seit April gelten höhere Abgaben für Übernachtungsgäste. Wer in einem Fünf-Sterne-Hotel nächtigt, bezahlt sieben Euro Kurtaxe pro Nacht. In Vier-Sterne-Hotels fallen 3,40 Euro an, bei Ferienwohnungen 4,50 Euro.
Zusätzlich erhebt Barcelona einen pauschalen städtischen Übernachtungszuschlag, der seit April bei fünf Euro liegt. Damit sendet die Stadt ein klares Signal: Tourismus bleibt willkommen – allerdings zu höheren Kosten und unter strengeren Regeln.