Das Kolosseum, der Petersdom oder das Pantheon gelten als Symbole der Ewigen Stadt. Jahrhundertelang trotzten Roms historische Bauwerke Kriegen, Erdbeben und Millionen Touristen. Doch jetzt drängt sich eine neue Gefahr in den Vordergrund: die globale Erwärmung.
Steigende Temperaturen, extreme Wetterereignisse und zunehmende Luftfeuchtigkeit setzen Italiens Hauptstadt immer stärker unter Druck. Experten warnen bereits davor, dass Rom in den kommenden Jahrzehnten zu einem gigantischen "Sanierungsfall" werden könnte.
Besonders problematisch sind laut Forschern die immer häufigeren Hitzewellen. Hohe Temperaturen lassen Stein, Marmor und historische Baustoffe schneller altern. Gleichzeitig führen starke Temperaturschwankungen zu feinen Rissen im Material. Auch Starkregen wird zunehmend zur Gefahr: Wasser dringt in jahrhundertealte Mauern ein und beschädigt Fassaden, Fresken und Fundamente, warnt Italiens Umweltbehörde ISPRA.
Hinzu kommt die hohe Luftverschmutzung in der Millionenstadt. Gemeinsam mit Feuchtigkeit entstehen chemische Reaktionen, die historische Oberflächen angreifen, wie Studien des italienischen Nationalen Forschungsrats CNR ergaben. Viele Bauwerke müssen deshalb bereits heute deutlich öfter restauriert werden als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Betroffen sind nicht nur weltberühmte Sehenswürdigkeiten. Auch historische Kirchen, Brunnen und antike Ruinen in ganz Rom leiden unter den Folgen der Klimakrise. Experten sehen vor allem die Kombination aus extremer Hitze und heftigen Niederschlägen als großes Risiko für die historische Substanz der Stadt.
Italien investiert bereits Millionen in Schutz- und Restaurierungsmaßnahmen. Sensoren überwachen mittlerweile den Zustand vieler Monumente. Gleichzeitig versuchen Forscher, widerstandsfähigere Materialien für Restaurierungen zu entwickeln. Doch der Aufwand steigt laufend - ebenso wie die Kosten.
Die UNESCO warnt schon seit Jahren davor, dass der Klimawandel weltweit Kulturerbestätten gefährdet. Neben Rom stehen auch Venedig, Athen oder historische Städte im Nahen Osten unter zunehmendem Druck durch Wetterextreme.