Die anhaltende Trockenheit sorgt bei Österreichs Bauern für große Sorgen. Nach einem der trockensten Aprilmonate seit Beginn der Messungen drohen heuer spürbare Ernteausfälle. Besonders betroffen sind Wintergetreide, Mais, Soja und auch das Grünland.
Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger schlägt gegenüber der APA Alarm: Ohne kräftigen Regen in den kommenden zwei Wochen werde es "deutliche Ertragseinbußen" geben. Und genau daran mangelt es - auch in den kommenden Tagen sind kaum nennenswerte Niederschläge in Sicht.
Die Dürre trifft weite Teile des Landes: Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Burgenland und auch Wien kämpfen mit massiven Niederschlagsdefiziten. In manchen Regionen fielen im April nicht einmal 15 Prozent der üblichen Regenmenge. Insgesamt gehört der heurige April zu den trockensten seit 1858.
Das Problem: Gerade jetzt benötigen die Felder Wasser. Frühjahrssaaten wie Mais und Rüben können kaum keimen, Getreide wächst nur schlecht. Geschwächte Pflanzen sind zudem anfälliger für Schädlinge.
Auch für Tierhalter wird es eng. Auf den Wiesen wächst weniger Futter, das trifft vor allem Rinder- und Milchbauern. Kritischer ist die Situation auch bei Zuckerrüben, wo sich der Rüsselkäfer durch die Trockenheit stärker ausbreiten könnte.
Etwas entspannter ist die Lage bei tief wurzelnden Kulturen wie Wein und Obst - sie kommen aktuell noch besser mit der Trockenheit zurecht.
Die Trockenheit zeigt auch abseits der Felder Folgen: Mehrere Waldbrände halten Einsatzkräfte in Atem, etwa im Raum Graz und bei Eisenerz (Steiermark). Zudem sind laut Analysen rund 70 Prozent der Grundwasserstände zu niedrig. Fakt ist: Die Hoffnung der Bauern liegt jetzt auf Regen - sonst könnte die Ernte 2026 mager ausfallen.