Überraschendes Ergebnis einer neuen Untersuchung: Wiens Straßen sind offenbar stärker mit feinem Staub verschmutzt als vergleichbare Großstädte. Das zeigt eine aktuelle Analyse der polnischen Geophysikerin Sylwia Klaudia Dytłow.
Für die Studie wurden an sieben Standorten im Wiener Stadtgebiet Proben genommen - etwa an der Wagramer Straße, am Schwedenplatz und bei Schönbrunn. Das Ergebnis: Besonders viele kleinste Partikel wurden gefunden, teils deutlich mehr als in Städten wie Warschau, Krakau (beide Polen) oder Brisbane (Australien).
Brisant: Im Staub stecken nicht nur Mikroplastik, sondern auch krebserregende Stoffe. Vor allem feinste Teilchen können leicht aufgewirbelt und eingeatmet werden - ein Risiko für Fußgänger und Radfahrer, warnt die Forscherin.
Der Straßenstaub entsteht aus vielen Quellen: Reifen- und Bremsabrieb, Asphalt, Abgase, aber auch Streusalz und industrielle Rückstände tragen dazu bei. Diese Stoffe verbinden sich zu winzigen Partikeln, die Schwermetalle und gefährliche chemische Verbindungen enthalten.
Besonders auffällig war die hohe Belastung mit Mikroplastik. In bestimmten Partikelgrößen sei diese laut Forscherin sogar "gefährlich bis extrem gefährlich hoch".
Ein möglicher Grund für die hohe Belastung: die Reinigung der Straßen. Während in anderen Städten regelmäßig gekehrt wird, erfolgt die Reinigung in Wien laut Magistrat anlassbezogen - also je nach Verschmutzung und Zugänglichkeit, etwa bei parkenden Autos.
Die Forscherin sieht hier Verbesserungsbedarf. Gleichzeitig könnte eine neue Messmethode helfen: Da sich viele Schadstoffe an magnetische Partikel binden, lässt sich die Belastung künftig schneller und günstiger erfassen, heißt es.