Eine gewaltige Wolke aus Saharastaub zieht derzeit über dem Mittelmeer in Richtung Mitteleuropa. Der feine Wüstensand sorgt für dunstige Horizonte, orangefarbene Sonnenuntergänge und eine feine Staubschicht auf Autos, Fenstern oder Solaranlagen.
Laut aktuellen Prognosen des europäischen Klima-Dienstes Copernicus trifft die Staubwolke zunächst die Iberische Halbinsel, danach könnten auch weitere Regionen Europas im orangen Dunst verschwinden.
Neben spektakulären Himmelbildern bringt der Saharastaub aber auch Probleme mit sich. In mehreren Ländern wird regelmäßig vor schlechterer Luftqualität gewarnt. Feinstaub kann Atemwege reizen. Besonders empfindliche Menschen wie Senioren, Kinder und Asthmatiker können dadurch stärker belastet werden.
Gesundheitsbehörden raten daher, in stark betroffenen Regionen körperliche Anstrengung im Freien vorübergehend zu reduzieren.
Beim Saharastaub handelt es sich vor allem um sogenannte PM10-Partikel. Das sind Feinstaubteilchen mit weniger als zehn Mikrometern Durchmesser. Sie sind klein genug, um in die Atemwege zu gelangen und dort Reizungen auszulösen.
Der Staub stammt oft aus bestimmten Regionen der Sahara, etwa aus dem Tschad. Dort ist der Boden besonders trocken und der Sand so fein, dass er bei bestimmten Wetterlagen leicht in die Atmosphäre gelangt.
Hitze, Dürre und trockene Böden begünstigen solche Staubstürme zusätzlich. Auch Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation könnten eine Rolle spielen.