Ein Mann steht auf einer Schneewehe, fast auf Höhe eines Strommasts. Unter ihm nur Eis und Schnee. Dieses Foto ging vor genau 60 Jahren um die Welt - und gilt bis heute als eines der berühmtesten Wetterbilder aller Zeiten.
Aufgenommen wurde es vor 60 Jahren nach einem historischen Schneesturm in North Dakota in den USA. Der lokale Sender KFYR nannte es "das berühmteste Foto North Dakotas". Zu sehen ist Bill Koch, Mitarbeiter des Verkehrsministeriums, fotografiert von seinem Kollegen Ernie Feland.
"Das war am Stadtrand von Windsor; ein Zug war stecken geblieben", erzählte Koch Jahrzehnte später. Kollege Feland erinnerte sich: "Ich sagte zu Bill: Geh mal zum Pfosten, ich mache ein Foto von dir." So entstand die ikonische Aufnahme.
Der Schneesturm selbst hatte es in sich. Laut Nationalem Wetterdienst fielen mehr als 90 Zentimeter Schnee, dazu kamen Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Die Folge: gewaltige Schneeverwehungen von neun bis zwölf Metern Höhe. Weitere Fotos zeigen unter Schnee begrabene Züge, Häuser und sogar Bulldozer.
Ganz ohne Einordnung geht es aber nicht. Bei dem Mast handelt es sich nicht um einen modernen Strommast, sondern um einen alten Eisenbahntelegrafenmast, der vermutlich nur neun Meter hoch war. Dennoch bleibt die Schneemenge auf dem historischen (KI-freien) Foto beeindruckend.
Und wie konnte man überhaupt auf einer solchen Schneewehe stehen, ohne einzubrechen? Laut dem Sender sorgten die starken Winde dafür, dass der nasse Schnee gefror und verhärtete. Dadurch konnten Menschen darauf gehen - und sogar Rinder aus verschneiten Weiden befreien.