Mega-Flächenverlust pro Jahr

Größe von ganz Wien – So viel Eis verliert Antarktis

US-Forscher zeigen in einer 30-Jahre-Studie: Gefährdete Teile der Antarktis verlieren Jahr für Jahr Eisflächen von der Größe Wiens.
Bernd Watzka
04.03.2026, 07:15
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Die Antarktis wirkt gewaltig und unerschütterlich. Doch der Eindruck täuscht. Eine 30 Jahre lange Untersuchung unter Leitung von Glaziologen der University of California, Irvine, zeigt nun: In besonders anfälligen Regionen geht massiv Eis verloren.

Konkret verlieren diese Gebiete im Schnitt jedes Jahr eine Eisfläche, die der Größe Wiens entspricht. Insgesamt summiert sich der Rückzug seit 1996 auf 12.820 Quadratkilometer Eis.

Westantarktis besonders gefährdet

Zwar blieben laut der im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie 77 Prozent der antarktischen Küstenlinie stabil. Doch in der Westantarktis, auf der Antarktischen Halbinsel und in Teilen der Ostantarktis ziehen sich Gletscher deutlich zurück.

Grenze wandert landeinwärts

Im Schnitt wandert die sogenannte Aufsetzlinie - also jener Bereich, wo das Inlandeis ins Meer übergeht - um 442 Quadratkilometer pro Jahr landeinwärts. Besonders dramatisch ist die Lage im Amundsenmeer und im Getz-Sektor. Der Pine-Island-Gletscher verlor 33 Kilometer, der Thwaites-Gletscher 26 Kilometer, der Smith-Gletscher sogar 42 Kilometer.

"Die Aufsetzlinie ist unser Goldstandard, um die Stabilität von Eisschilden zu dokumentieren", erklärt Studienleiter Eric Rignot. Erstmals sei es gelungen, diese Bewegung über drei Jahrzehnte hinweg für die gesamte Antarktis systematisch zu kartieren.

Warmes Meerwasser als Ursache

Als Hauptursache der rapiden Eisschmelze gilt warmes Meerwasser, das durch veränderte Windmuster unter die Schelfeise gedrückt wird. "Es ist wie bei einem Ballon: Er hat nicht überall Löcher, aber dort, wo er welche hat, sind sie tief", so Rignot.

Rätsel auf Antarktischer Halbinsel

Rätsel gibt allerdings die Antarktische Halbinsel auf. Dort ziehen sich Gletscher im Nordosten ebenfalls stark zurück, obwohl kein warmes Meerwasser nachgewiesen wurde. Mehrere Schelfeisflächen waren dort bereits vor Beginn der Studie kollabiert. Die Forscher sind alarmiert.

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