Mysteriöse Strömungen

Antarktis – "Unterwasserstürme" verstärken Eisschmelze

Forscher entdeckten sturmähnliche Meeresphänomene unter dem Schelfeis - mit massivem Einfluss auf das Abschmelzen sowie den Meeresspiegel-Anstieg.
Bernd Watzka
20.11.2025, 05:31
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Es tost unter dem Eis: Laut einer aktuellen Studie der University of California, Irvine und der NASA sorgen bisher unterschätzte ozeanische "Unterwasserstürme" in der Westantarktis für rasantes Eisschmelzen. Diese Strömungen - nur wenige Kilometer lang - heizen die Gletscher von unten auf.

Warmes Wasser in Hohlräumen

Betroffen sind besonders die Gletscher in der Amundsen-See wie der Thwaites-Gletscher (auch Weltuntergangsgletscher genannt) oder der Pine-Island-Gletscher. Die Forscher beobachteten mithilfe hochauflösender Modelle und verankerter Sensoren, wie sich warmes Wasser durch die Strömungen in Hohlräume unter dem Eis schiebt. Das Abschmelzen kann sich dabei innerhalb weniger Stunden verdreifachen.

"Aggressive Prozesse" am Werk

"Diese Prozesse dauern nur wenige Tage - und sind aggressiver als gedacht", sagt Hauptautor Mattia Poinelli. Das Gefährliche dabei: Eine Rückkopplung verstärkt den Effekt. Mehr Schmelze bedeutet mehr Strömung - und umgekehrt, heißt es in der Studie.

Flacher Meeresboden verstärkt Wirbel

Laut Studie könnten diese kurzlebigen Strömungen ein Fünftel der jährlichen Schmelzschwankungen ausmachen. Die Region zwischen dem Thwaites- und dem Crosson-Schelfeis sei ein Hotspot dieser Aktivität - mit flachem Meeresboden, der die Wasserwirbel noch verstärkt.

Bei Extremereignissen könne sich das submarine Schmelzen zudem innerhalb weniger Stunden verdreifachen, wenn diese Phänomene auf Eisfronten treffen und unter die Eisbasis eindringen.

Meeresspiegel könnte um 3 Meter steigen

Forscher warnen: Wird der westantarktische Eisschild instabil, könnte der Meeresspiegel weltweit um bis zu drei Meter steigen. Angesichts des Klimawandels mit wärmer werdendem Wasser, längeren eisfreien Phasen und insgesamt weniger Meereis, könnten diese Phänomene künftig noch häufiger auftreten.

Die Autoren fordern nun dringend bessere Messsysteme - etwa ozeanische Roboter -, um die kurzzeitige Dynamik des Ozeans künftig besser in Klimamodelle einrechnen zu können.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 21.11.2025, 10:45, 20.11.2025, 05:31
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