Wer mit dem Wohnmobil in die Niederlande auf Urlaub fährt, sollte jetzt genau hinschauen. Ab 1. Juli 2026 gilt dort eine neue kilometerabhängige Lkw-Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Viele Camper befürchten deshalb zusätzliche Kosten. Die gute Nachricht: Wohnmobile müssen die neue Maut nicht bezahlen. Ganz ohne Aufwand geht es allerdings nicht.
Die neue "Vrachtwagenheffing" gilt für Lastkraftwagen der Fahrzeugklassen N2 und N3 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Die Höhe der Maut richtet sich unter anderem nach Gewicht sowie CO₂- und Emissionsklasse des Fahrzeugs.
Für Urlauber gibt es Entwarnung: Wohnmobile sind von der Maut ausgenommen – selbst dann, wenn sie mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Eine On-Board-Unit (OBU) ist ebenfalls nicht erforderlich.
Wer mit einem ausländischen Wohnmobil über 3,5 Tonnen unterwegs ist, muss sein Fahrzeug allerdings vor der Reise bei der niederländischen Zulassungsbehörde RDW registrieren. Nur so wird das Fahrzeug korrekt als mautfrei erkannt.
Die Behörde empfiehlt, die Registrierung rechtzeitig vorzunehmen. Bis die Bestätigung vorliegt, können bis zu fünf Tage vergehen.
Wohnmobile mit niederländischem Kennzeichen sind automatisch befreit. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen müssen ebenfalls nicht registriert werden.
Ohne Registrierung kann das Wohnmobil fälschlicherweise als mautpflichtiger Lkw erkannt werden. Das kann Bußgelder nach sich ziehen. Wer dennoch einen Strafbescheid erhält, sollte laut Mautexperten Einspruch einlegen, wenn das Fahrzeug tatsächlich unter die Befreiung fällt.
Unabhängig von der neuen Lkw-Maut gibt es in den Niederlanden weiterhin Strecken, auf denen alle Fahrzeuge bezahlen müssen. Dazu zählt die A24 zwischen Vlaardingen und Rozenburg. Dort wird die Maut seit Ende 2024 elektronisch über Kennzeichenerfassung eingehoben. Bezahlt wird anschließend online über das Portal e-tol.nl.
Auch einzelne Tunnel – etwa der Kiltunnel – bleiben kostenpflichtig. Zudem ist bereits eine weitere Mautstrecke im Raum Arnheim geplant.