Italien bleibt eines der beliebtesten Reiseziele der Österreicher. Doch wer heuer nach Rom, Venedig, an die Adria oder auf Sardinien fährt, sollte die lokalen Regeln genau kennen. Denn viele Städte und Urlaubsorte greifen wegen des Massentourismus härter durch – und verhängen teils saftige Strafen.
Von Badekleidung in der Altstadt bis zu Sand im Koffer: Was viele als harmlose Urlaubssünde ansehen, kann mehrere hundert oder sogar tausende Euro kosten.
Besonders teuer wird es für Umweltsünder. Wer Zigarettenstummel, Taschentücher oder Plastikflaschen aus dem Autofenster wirft, muss mit Strafen von bis zu 1.188 Euro rechnen.
Noch drastischer sind die Folgen, wenn ganze Müllsäcke aus dem Fahrzeug entsorgt werden: Dann sind Bußgelder von bis zu 18.000 Euro möglich. In Naturschutzgebieten drohen zusätzlich Führerscheinentzug oder sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Doch damit noch genug: Badebekleidung gehört in Italien vielerorts ausschließlich an den Strand. Wer im Bikini oder oberkörperfrei durch Innenstädte spaziert, kann zur Kasse gebeten werden.
In Sorrent sind Strafen von bis zu 500 Euro möglich. Auch in Portofino gelten strenge Verhaltensregeln. Dort sind unter anderem Barfußgehen, Picknicks auf öffentlichen Plätzen oder das Sitzen auf Mauern untersagt. Ähnliche Vorschriften gibt es auch in beliebten Badeorten wie Lignano Sabbiadoro, Viareggio oder Riccione.
Selbst in Rom oder Venedig kann unangemessene Kleidung teuer werden. Eine Touristin musste bereits 250 Euro bezahlen, weil sie sich im Bikini in einem Park sonnte.
So verlockend die Abkühlung bei Sommerhitze auch sein mag: Das Baden in öffentlichen Brunnen ist in ganz Italien verboten. Wer hineinklettert, badet oder Gegenstände hineinwirft, muss mit Strafen von bis zu 450 Euro rechnen. Auf Ischia gelten zusätzlich Verbote gegen Alkoholkonsum im historischen Zentrum, das Füttern von Vögeln oder Ballspiele.
Im Badeort Eraclea nahe Venedig sind sogar Sandburgen, tiefe Löcher im Sand oder Ballspiele am Strand verboten. Der Grund: Rettungskräfte sollen im Notfall ungehindert passieren können. Verstöße können mit bis zu 250 Euro geahndet werden.
Auch beim Souvenir gilt Vorsicht: Wer Sand, Muscheln oder Steine vom Strand mitnimmt, riskiert empfindliche Strafen. Je nach Menge können bis zu 9.296 Euro fällig werden. Besonders streng kontrolliert wird auf Sardinien. Dort ist das Mitnehmen von Sand, Kieseln oder Quarzgestein ausdrücklich verboten. An manchen Stränden überwachen sogar Kameras die Einhaltung der Vorschriften.
Ein Tagesausflug nach Venedig kostet inzwischen Geld. An ausgewählten Tagen zwischen Mitte April und Ende Juli wird für Besucher eine Eintrittsgebühr von zehn Euro fällig. Wer ohne gültige Buchung erwischt wird oder falsche Angaben macht, riskiert Strafen von bis zu 300 Euro.