Europa schwitzt – und auch an Kroatiens Adriaküste wird die Hitze immer mehr zur Belastung. Seit Tagen liegen die Temperaturen deutlich über dem Normalwert, jetzt wird die Lage für Anrainer und Urlauber ernst.
Besonders betroffen sind die Regionen Rijeka, Split und Dubrovnik. Dort hat der kroatische Wetterdienst DHMZ die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Es besteht ein extrem hohes Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Intensität und Dauer der Hitzewelle hätten die Hochstufung in die schlimmste Kategorie notwendig gemacht, erklärt Petra Mikuš Jurković, stellvertretende Generaldirektorin der kroatischen Wetterbehörde, im Rundfunk HRT.
"Es herrschen extrem hohe Temperaturen vor. Schützen Sie sich, Ihre Kinder und Ältere. Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Es kann auch zu Ausfällen in der Versorgung kommen", warnt der Wetterdienst.
Am Wochenende soll die Hitzewelle ihren Höhepunkt erreichen. Tagsüber werden entlang der Küste verbreitet mehr als 35 Grad erwartet, teils sind bis zu 38 Grad möglich. Im Landesinneren gelten gelbe und orange Warnungen, auch dort wird das Risiko als mäßig bis hoch eingeschätzt.
Besonders belastend sind derzeit die Nächte. Von echter Abkühlung kann vielerorts keine Rede mehr sein. Die Temperaturen sinken an der Adria oft nicht unter 25 Grad, in Küstenstädten wie Split und Dubrovnik wurden sogar Tiefstwerte um 28 Grad gemessen.
"Für erholsamen Schlaf ist das wirklich sehr unangenehm", sagte Petra Mikuš Jurković von der kroatischen Wetterbehörde. Die Kombination aus hohen Tageswerten und extrem warmen Nächten sei auch ein Grund für die höchste Warnstufe.
Der Zivilschutz appelliert an Anrainer und Touristen, die pralle Sonne zu meiden. Man solle viel Wasser trinken, auf Alkohol verzichten, im Freien Sonnenschutz tragen und Wohnungen sowie Ferienunterkünfte tagsüber abdunkeln. Kinder und Hunde dürfen keinesfalls im Auto zurückgelassen werden.
Laut Wettervorhersage hält die Hitze zumindest bis zum Beginn der kommenden Woche an. Ob es danach eine Entspannung gibt, ist noch ungewiss. Die Modelle seien ab Mitte der Woche derzeit noch unsicher.
"Sowohl die Minimal- als auch die Maximaltemperaturen liegen deutlich über dem Durchschnitt des 30-jährigen Klimazeitraums von 1991 bis 2020", erklärt Mikuš Jurković. Sie fügt hinzu, dass die Abweichungen im Vergleich zu den üblichen Werten für diese Jahreszeit bereits extrem seien.
"An Land liegen die Minimaltemperaturen meist zwischen 14 und 16 Grad, auf See zwischen 19 und 22 Grad. In den letzten Tagen hatten wir bereits warme Nächte mit 20 Grad und mehr an Land und sogar bis zu 28 Grad an der Adria", sagt sie.
Sie wies außerdem darauf hin, dass die Höchsttemperaturen deutlich über dem Klimamittel liegen: "Normal wären Ende Juni im Landesinneren Höchstwerte zwischen 26 und 29 Grad, an der Küste zwischen 28 und 30 Grad" – das tagsüber.
Zuletzt wurden aber etwa in Senj 38 Grad, in Šibenik und Split 36 Grad sowie in Makarska und Zadar 35 Grad gemessen. Kroatien nähert sich damit auch den Juni-Rekordwerten. Der bisherige Spitzenwert, 40,4 Grad, wurde erst 2022 in Knin aufgestellt.
Solche Extremereignisse stehen auch dem Adrialand wohl immer öfter ins Haus: "Es ist erwiesen, dass die Intensität und Dauer von Hitzewellen aufgrund des Klimawandels und der globalen Erwärmung zunehmen. Das bedeutet, dass wir unter diesen Bedingungen mit häufigeren, längeren und extremeren Hitzewellen rechnen müssen", unterstreicht Mikuš Jurković.