Caritas schlägt Alarm

"Schutzlos ausgeliefert!" Österreich stöhnt unter Hitze

Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad geraten vor allem obdachlose, ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen an ihre Belastungsgrenzen.
André Wilding
18.06.2026, 11:28
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Österreich erlebt Mitte Juni die erste Hitzewelle des Jahres – bei Temperaturen bis zu 36 Grad wird das Hitzepaket der Caritas für viele Menschen zur Notwendigkeit: "Nach dem wechselhaften Wetter freuen sich viele über die sommerlichen Temperaturen. Aber gerade für armutsbetroffene und obdachlose Menschen bringen die heißen Temperaturen auch große gesundheitliche Risiken mit sich. Egal ob kalt oder heiß, unser Grundsatz als Caritas lautet: Wir helfen!", betont Caritasdirektor Klaus Schwertner.

Trotz einiger Regentage war der Juni der wärmste in der Messgeschichte und der Trend ist eindeutig: "Was vor ein paar Jahren noch ein Ausnahmezustand war, ist mittlerweile neue Normalität: Menschen sind auch im Sommer dringend auf unsere Unterstützung angewiesen. Die extreme Hitze ist für vulnerable Personen genauso gefährlich wie die Kälte im Winter. Obdachlose Menschen sind der Hitze meist schutzlos ausgeliefert. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in beengten, schlecht isolierten Wohnungen und können den extremen Temperaturen kaum entfliehen. Deshalb steuern wir mit dem Caritas-Hitzepaket entschieden dagegen. In unseren 24 Klimaoasen, bei Streetwork-Einsätzen und durch die Verteilung von Hitzepaketen mit Trinkwasser, Sonnenschutz und Sommerschlafsäcken leisten wir unmittelbare Hilfe. Auch der Louisebus, die rollende Ordination der Caritas, bringt medizinische Versorgung direkt zu jenen, die sie jetzt dringend brauchen", so Schwertner.

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Wenn die Straße zu heiß wird

Obdachlosigkeit gibt es an 365 Tagen im Jahr. Für Menschen, die auf der Straße leben, bedeutet jeder Tag Stress und Herausforderung. Auch im Sommer sind die Streetwork-Teams der Caritas daher im Einsatz. "Wenn sich die ganze Stadt aufheizt, gibt es für obdachlose Menschen kaum Rückzugsorte. Viele unserer Klientinnen und Klienten sind zudem gesundheitlich angeschlagen - das macht die Hitze doppelt gefährlich", so Lis Pichler, Leiterin der Gruft. Für die Streetwork Teams geht es neben akuter Hilfe auch darum, über die Gefahren von Hitze aufzuklären und über Hilfsangebote wie die Klimaoasen zu informieren. Sie verteilen Wasser, Sonnencreme und Kopfbedeckungen sowie Isomatten und Sommerschlafsäcke. Pichler bittet auch die Bevölkerung um Aufmerksamkeit: "Bei schönem Wetter ist es für Passant*innen oft schwieriger, gesundheitliche Notfälle zu erkennen als im Winter. Wir bitten dringend, hin- und nicht wegzuschauen. Bei der Gruft können Schlafplätze und Aufenthaltsorte obdachloser Personen auch im Sommer gemeldet werden. Im Notfall gilt immer: Bitte die Rettung unter dem Notruf 144 verständigen."

Auch beim Louisebus, dem Medizinbus der Caritas, zeigen sich die gesundheitlichen Belastungen im Sommer. An fünf Tagen die Woche helfen freiwillige Ärzt*innen kostenlos bei gesundheitlichen Problemen. Sie verteilen zusätzlich kühlende Cremen gegen geschwollene Beine und Krampfadern. Das ist vor allem für obdachlose Menschen wichtig, die immer auf den Beinen sind.

Abkühlen und austauschen

Bereits zum siebten Mal eröffnet die Caritas gemeinsam mit 24 Pfarren Klimaoasen in Wien und Niederösterreich. Pfarrgärten werden so zu kostenlosen und kühlen Rückzugsorten, betreut von rund 500 Freiwilligen. Sie empfangen die Gäste und verköstigen sie mit kühlen Getränken und kleinen Mahlzeiten. "Die Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen in unsere Klimaoasen. Viele suchen einen schattigen Platz, um sich abzukühlen und freuen sich über die kostenlosen Snacks. Sie schätzen auch die Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. So setzen wir als Caritas mit den Klimaoasen ein mehrfaches Zeichen: Gegen Armut, Ausgrenzung und gegen Einsamkeit", freut sich Mila Willingshofer, Projektkoordinatorin der Klimaoasen. Der Bedarf bleibt hoch: Im letzten Jahr wurden knapp 6.380 Besuche in den Klimaoasen gezählt. "Es ist ein starkes Zeichen der Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit, dass auch heuer wieder 24 Pfarren und hunderte Freiwillige für Menschen in Not im Einsatz sind. Dafür möchte ich mich schon jetzt bei allen Pfarrgemeinschaften bedanken", so Willingshofer.

Aktuelle Termine der Caritas-Klimaoasen: www.caritas-wien.at/klimaoase

"Mehr Tempo beim sozialen Klimaschutz"

Caritasdirektor Schwertner betont: "Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise – sie trifft vor allem jene, die am wenigsten zu ihr beitragen, global wie auch hier in Österreich. Gleichzeitig droht sie bestehende Ungleichheiten weiter zu verschärfen." Das aktuelle Doppelbudget bleibe hier wichtige Antworten schuldig. "Während bei Klimaförderungen gekürzt wird, werden klimaschädliche Subventionen nicht ausreichend zurückgefahren. Dabei könnte gerade die Budgetkonsolidierung genutzt werden, um Klimaziele konsequent voranzutreiben – und damit vor allem auch vulnerable Menschen zu schützen." In Städten brauche es konkrete Maßnahmen gegen die steigende Belastung: Ausreichend hitzebeständiger Wohnraum, mehr Grünflächen und konsumfreie Räume, die für alle zugänglich sind. Die Caritas wünscht sich einen Nationalen Hitzeplan, der Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammendenkt: "Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen. Wir müssen endlich beginnen, Klimapolitik konsequent auch sozial zu denken. Derzeit gelingt es uns vielerorts nur, die schlimmsten Folgen abzufedern – das greift viel zu kurz. Was es jetzt braucht, ist ein gemeinsamer politischer Kraftakt, um zu verhindern, dass besonders gefährdete Menschen bei Hitze und anderen Extremwetterlagen im Stich gelassen werden."

Caritas bittet um Mithilfe und Spenden für Menschen in Not

"Bitte unterstützen Sie uns dabei, jenen zu helfen, die besonders unter den heißen Temperaturen leiden. Jede Spende zählt!", appelliert Schwertner.

Online spenden im wirhelfen.shop der Caritas:

Mit 3,50 Euro spendieren Sie ein kaltes Getränk in einer Klimaoase Mit 50 Euro schenken Sie ein Hitzepaket bestehend aus Isomatte, Sommerschlafsack, Sonnencreme, Trinkwasser und einer Kopfbedeckung

Caritas Spendenkonto

Caritas Spendenkonto
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Hitzepaket

{title && {title} } wil, {title && {title} } 18.06.2026, 11:28
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