Schwül-heiße Luft hat den Alpenraum derzeit fest im Griff. Österreich erlebt äußerst heißes Hochsommerwetter – mitten im Juni. Diese ausgeprägte Hitzewelle dauert mindestens bis weit in die nächste Woche hinein an. Vielleicht sogar länger.
Der Trend bis in den Juli hinein sieht für Wien gar nicht gut aus bezüglich Hitze und Dürre!", schreibt Clemens Grohs von Kachelmannwetter mit Blick. Man könne nur hoffen, dass es kühler wird als das Wettermodell des ECMWF berechnet. "Sonst drohen uns immer weit über 30 Grad!"
"In Wien (Hohe Warte) haben wir heuer bisher bereits deutlich mehr Sommertag als im Schnitt der aktuellen Klimanormalperiode", meldet auch ORF-Meteorologe Marcus Wadsak. Die aktuelle Klimanormalperiode 1991-2020 ist bereits deutlich von der Erderwärmung gekennzeichnet – und dennoch liegt 2026 schon deutlich darüber. So gab es heuer bereits 24 Sommertage (mindestens 25°C), im Klima-Durchschnitt sind es 17.
Wadsaks Prognose: "In den nächsten Tagen werden auch die Balken für Hitzetage und Tropennächte deutlich ansteigen". Von Hitzetagen spricht man, wenn die Temperaturen die 30-Grad-Schwelle überschreiten, in Tropennächten fallen die Temperaturen nicht unter 20 Grad.
Sein Rundfunk-Kollege Manuel Oberhuber macht auf X eine Ansage an die "Gab es früher auch schon"-Fraktion: "Ja, aber seltener, weniger intensiv und weniger lang", stellt er fest. Auch er zeigt, wie die Zahl der Hitzetage in Wien und den anderen Landeshauptstädten in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zugenommen hat. Der Trend ist glasklar: "Es steigt stark an."
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den sogenannten Hitzetagen – Tagen mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Vor allem in Städten hat ihre Zahl in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Daten der GeoSphere Austria zufolge verzeichnete Eisenstadt unter den Landeshauptstädten den stärksten Anstieg. Zudem werden Hitzetage mittlerweile immer früher im Jahr registriert.
Mit dem vermeintlichen Zubetonieren der Ballungsräume und den sogenannten städtischen Wärme-Inseln, die Skeptiker oft vorbringen, hat das wenig zu tun. "Schaut am Land oder auf Bergspitzen genauso aus", antwortet Oberhuber auf entsprechende Nachfrage.
Die steigenden Temperaturen machen sich nicht nur im Alltag bemerkbar, sondern werden zunehmend zu einem ernsten Gesundheitsrisiko. Laut Angaben der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) waren im Sommer 2024 rund 1.100 Todesfälle in Österreich mit extremer Hitze verbunden.
Extreme Hitze setzt den menschlichen Körper erheblich unter Stress. Um sich abzukühlen, erweitert der Organismus die Blutgefäße und produziert mehr Schweiß. Dadurch werden Herz und Kreislauf stärker belastet, gleichzeitig steigt das Risiko für Flüssigkeitsmangel.
Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien rät daher zu besonderer Vorsicht. "Alles ein bisschen ruhiger angehen und daran denken, dass man mehr trinken sollte", sagte er am Freitag in der ORF-Sendung "Guten Morgen Österreich". Einen Hinweis ergänzte der Experte ausdrücklich: "In Österreich muss man dazusagen: bitte kein Alkohol!"