Ein internationales Forscherteam hat durch die erneute Analyse bekannter Fossilien eine neue Art von Mosasaurier entdeckt. Der gigantische Meeresräuber, Tylosaurus Rex genannt, lebte vor etwa 80 Millionen Jahren in den prähistorischen Ozeanen des heutigen Texas und wird als besonders kraftvoll und aggressiv beschrieben.
Die Studienleiterin Amelia Zietlow vom History Museum at the Castle in Wisconsin konnte zeigen, dass mehrere Fossilien fälschlicherweise der Art Tylosaurus proriger zugeordnet worden waren. Ihre Untersuchungen ergaben, dass es sich tatsächlich um eine bisher unbekannte Art handelt, die nach neuesten Erkenntnissen den Ozean dominierte.
Die Entdeckung liefert neue Einblicke in die Evolution der Mosasaurier und stellt bisherige Annahmen über deren Entwicklung infrage.
Der bis zu 13 Meter lange Tylosaurus Rex unterschied sich deutlich vom bislang bekannten Tylosaurus proriger. Ein Vergleich mit einem Fossil aus dem Museum für vergleichende Zoologie der Harvard-Universität half, die neue Art genauer zu bestimmen. Weitere Fossilienfunde ermöglichten ein immer detaillierteres Bild dieses mächtigen Meeresräubers.
Die Namensgebung von Tylosaurus Rex ehrt den Paläontologen John Thurmond, der bereits 1960 auf besonders große Exemplare dieser Gattung aus Texas hingewiesen hatte. Er bezeichnete die Tiere damals informell als „Tyrann der Meere“.
Tylosaurus Rex gilt nicht nur wegen seiner Größe als gefährlich. Seine kräftigen Kiefer- und Nackenmuskeln machten ihn zu einem äußerst effizienten Jäger. Ron Tykoski vom Perot Museum erklärte, dass Untersuchungen hervorragend erhaltener Fossilien aus Nordtexas auf bisher unbekannte Formen innerartlicher Gewalt hindeuten. Ein berühmtes Fossil mit dem Spitznamen „The Black Knight“ zeigt schwere Verletzungen, die vermutlich von einem anderen Tylosaurus Rex stammen.
Die Studie hebt hervor, dass bisherige Forschungen zu Mosasauriern oft auf veralteten Datensätzen basierten. Das Team um Zietlow entwickelte daher einen neuen Stammbaum für die Tylosaurier. Die Ergebnisse verändern das Verständnis der Evolution dieser prähistorischen Meeresreptilien grundlegend und unterstreichen die besondere Bedeutung von Texas als Fundort für die Erforschung urzeitlicher Meeresökosysteme.