Am 19. Juni rückt eine fast vergessene Bauernregel wieder ins Rampenlicht. Während viele den berühmten Siebenschläfertag kennen, sorgt nun ein anderer Wetterspruch für Aufmerksamkeit – und der hat es in sich.
Die Regel zum Gedenktag des heiligen Gervasius klingt dramatisch:
„Wenn’s regnet auf St. Gervasius, es 40 Tage regnen muss.“
Die Aussage ist eindeutig: Fällt am 19. Juni Regen, soll ein langer nasser Abschnitt folgen. Für viele klingt das wie eine düstere Prognose für den restlichen Sommer. Doch Experten mahnen zur Vorsicht. Denn Wetter lässt sich nicht anhand eines einzigen Kalendertages vorhersagen.
Moderne Wettermodelle basieren auf komplexen Berechnungen. Hoch- und Tiefdruckgebiete, Meeresströmungen sowie Temperaturunterschiede beeinflussen das Wettergeschehen ständig. Genau deshalb gilt die Gervasius-Regel aus wissenschaftlicher Sicht als wenig verlässlich.
Zudem spricht die aktuelle Wetterentwicklung in Österreich derzeit gegen die düstere Vorhersage der Bauernregel. Statt einer langen Regenphase deuten die Prognosen auf die erste kräftige Hitzewelle des Sommers hin. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen vielerorts deutlich über die 30-Grad-Marke klettern. Von anhaltendem Regen ist dagegen wenig zu sehen.
Anders verhält es sich beim bekannten Siebenschläfertag am 27. Juni. Dahinter steckt tatsächlich ein meteorologischer Zusammenhang.
Ende Juni stabilisieren sich häufig die großräumigen Wetterlagen über Mitteleuropa. Dadurch kann die Wetterentwicklung dieser Zeit einen Hinweis darauf geben, wie die nächsten Wochen verlaufen. Eine Garantie ist das zwar nicht, statistisch besitzt die Regel aber deutlich mehr Aussagekraft als der Gervasius-Spruch.