Die europäische Trägerrakete Ariane 6 hat trotz einer leichten Verzögerung erfolgreich abgehoben. Mit ihren neuen, leistungsstärkeren Boostern flog sie vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana Richtung All.
Die neuen P160C-Booster ermöglichen eine maximale Nutzlast von 22 Tonnen für die niedrige Erdumlaufbahn – mehr als je zuvor bei einer Ariane 6.
Wie die "Bild" berichtet, soll die Rakete 36 Satelliten für Amazons Satelliteninternet-Netz präzise in der Erdumlaufbahn absetzen. Der gesamte Vorgang dauert knapp zwei Stunden.
Der erfolgreiche Start ist ein wichtiger Schritt für Europas Unabhängigkeit im All. Ariane 6 gilt als europäische Alternative zu Konkurrenten wie Elon Musks SpaceX und soll sowohl kommerzielle als auch öffentliche Auftraggeber bedienen.
Die Ober- und Unterstufe der Ariane-6-Rakete verwenden eine Hochtemperaturisolation von Beyond Gravity, Österreichs größtem Weltraumzulieferer mit Sitz in Wien-Meidling.
"Aus Österreich kommen missionskritische Bauteile für die stärkste Rakete Europas. Mit heimischer Raumfahrttechnologie tragen wir maßgeblich dazu bei, dass Europa einen unabhängigen Zugang zum Weltraum hat und ermöglichen den Aufbau dieser Internetsatellitenflotte zur weltweiten Kommunikation," erklären Kurt Kober und Wolfgang Pawlinetz, die beiden Geschäftsführer.
Auch die heimischen Unternehmen voestalpine Böhler Edelstahl, TTTech, Test-Fuchs, Hage Sondermaschinenbau und ISW liefern wichtige Technik für die Ariane 6.
Der Erstflug der Trägerrakete fand im Sommer 2024 statt. Seitdem wurde sie stetig weiterentwickelt, um im harten Wettbewerb der Raumfahrtindustrie bestehen zu können.