Brisante Entdeckung

"Roter Planet" Mars verfärbt sich in Windeseile

Neue Bilder der ESA zeigen: Auf dem Mars hat sich die Oberfläche in nur wenigen Jahrzehnten deutlich verändert.
Newsdesk Heute
24.04.2026, 07:53
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Dass sich Planeten verändern, ist nichts Neues. Doch meist dauert das Millionen Jahre. Jetzt zeigen neue Aufnahmen der europäischen Raumsonde Mars Express: Auf dem Mars geht es teilweise viel schneller.

Die Bilder offenbaren eine auffällige Zweiteilung der Landschaft. Helle, sandfarbene Flächen treffen direkt auf dunkle Ablagerungen. Dabei handelt es sich um vulkanische Asche, die sich in den vergangenen Jahrzehnten sichtbar ausgebreitet hat. Schon 1976 hatte die NASA dieselbe Region fotografiert – damals war die dunkle Schicht noch deutlich kleiner.

Gewaltiger Einschlagkrater

Die Erklärung: Entweder haben Winde die Asche über die Oberfläche verteilt oder sie haben hellen Staub weggeblasen, der die dunkle Schicht zuvor bedeckt hatte. Die Asche selbst ist reich an Mineralien wie Olivin und Pyroxen, die bei hohen Temperaturen entstehen und ihr die dunkle Farbe verleihen.

Mitten in dieser Landschaft liegt ein gewaltiger Einschlagkrater mit rund 15 Kilometern Durchmesser. Rundherum zieht sich ein heller Ring – Material, das beim Einschlag herausgeschleudert wurde. Im Inneren zeigen sich bizarre Linien: Hinweise darauf, dass sich einst Eis bewegt haben könnte.

Eis unter der Oberfläche verborgen

Die Region gehört zu Utopia Planitia, einem riesigen Einschlagbecken mit etwa 3.300 Kilometern Durchmesser. Forscher gehen davon aus, dass hier früher Wasser existierte – möglicherweise sogar ein Ozean. Heute liegt das Wasser als Eis unter der Oberfläche verborgen.

Auch andere Spuren deuten auf Bewegung hin: sogenannte "scalloped depressions", also eingedellte Strukturen, die entstehen, wenn Eis unter der Oberfläche schmilzt und der Boden nachgibt. Sie zeigen, dass sich die Marslandschaft bis heute verändert.

Mars dauernd in Bewegung

Selbst die hellen Bereiche sind alles andere als langweilig. Dort ziehen sich lange, schattenartige Gräben durch die Landschaft. Sie entstehen, wenn der Boden aufreißt – etwa durch tektonische Kräfte oder instabile Sedimente.

Der Mars ist also alles andere als ein toter Planet, sondern dauernd in Bewegung. Um das zu dokumentieren und neue Erkenntnisse hervorzubringen, liefert der Mars Express seit über 20 Jahren stetig hochauflösende Bilder.

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