In einem der arabischsprachigen Dokumente, der sogenannten "Hauptgehaltsliste" des IS, finden sich fast 50.000 mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe. Neben Name, Kampfname und Geburtsdatum ist für jeden eine zehnstellige Personalnummer eingetragen. Weiters steht in der Liste, wie viel Monatslohn der IS den Männern und ihren Frauen offenbar gezahlt hat.
Wie NTV berichtet, konnten mit Hilfe dieser Listen bereits in mindestens sechs Fällen IS-Mitglieder vor deutsche Gerichte gebracht und verurteilt werden. In etwa 30 weiteren Fällen laufen oder liefen Ermittlungen. Erst Mitte März nahm das BKA in Leipzig einen irakischen Asylwerber fest, der durch die Dokumente identifiziert wurde. Er soll bei den Kampfeinheiten des IS mitgemischt haben.
Insgesamt verfügen die deutschen Behörden über Hunderte solcher Listen mit mehr als zwei Millionen Datensätzen. In einem der Dokumente wird etwa aufgelistet, welche Waffen der IS angeblich an seine Mitglieder ausgegeben hat. In anderen Listen steht, wie viele Haushalts- und Sexsklavinnen die IS-Kämpfer gehabt haben sollen.
Mittlerweile sind fast 20.000 Namen mutmaßlicher IS-Mitglieder auf maßgebliches Betreiben Deutschlands in eine europaweite Datenbank aufgenommen worden, das Schengener Informationssystem. Grenzbeamte aus 30 Ländern können darauf zugreifen. Damit soll verhindert werden, dass Terrorverdächtige heimlich in die EU kommen.