In der Adria hat es diese Woche eine echte Sensation gegeben: Zwei Finnwale sind nahe der Insel Blitvenica südwestlich von Žirje im Šibenik-Archipel aufgetaucht. Auch die Deutsche Stiftung Meeresschutz hat die Sichtung mittlerweile bestätigt. Diese beeindruckenden Meeressäuger gehören zu den größten Tieren der Welt – nach dem Blauwal sind sie sogar die zweitgrößten überhaupt. Ein ausgewachsener Finnwal bringt es auf bis zu 24 Meter Länge und rund 70 Tonnen.
Der Biologe Draško Holcer vom kroatischen Naturhistorischen Museum erklärt, dass Finnwale im Mittelmeer zwar regelmäßig vorkommen, in der Adria aber nur ab und zu und dann meist saisonal zu Besuch sind. "Der Aufenthalt der Tiere hänge eng mit dem Nahrungsangebot zusammen", sagt Holcer im Gespräch mit dem kroatischen Nachrichtenportal "Morski hr". Vor allem im Frühjahr und Sommer locken Planktonblüten und große Mengen Krill die Wale in die tieferen, offenen Bereiche der Adria. Weil die Tiere dort weit draußen unterwegs sind, sind Sichtungen an der Küste eher selten.
Finnwal-Fakten:
Der Finnwal ist mit knapp 27 Metern Länge und 70 Tonnen Körpergewicht nicht nur der zweitgrößte Wal der Welt sondern mit knapp 50 km/h auch der schnellste Großwal.
Sie können bis zu 100 Jahre alt werden und leben in allen Ozeanen der Erde.
Finnwale ernähren sich, indem sie große Mengen Wasser aufnehmen und mit ihren Barten Plankton und andere Kleinstorganismen herausfiltern. Die Art gilt leider noch immer als bedroht und steht daher unter strengem Schutz. Im Mittelmeer gibt es laut Deutscher Stiftung Meeresschutz weniger als 2.500 erwachsene Tiere.
Schon im Sommer des Vorjahres wurden Finnwale in Kroatien gesichtet – etwa vor Dubrovnik, bei Pula und in der Kvarner-Bucht vor Opatija.