Wer nach dem Strandbesuch einfach im Bikini oder in der Badehose durch die Innenstadt spaziert, könnte im Urlaub künftig tief in die Tasche greifen. Immer mehr beliebte Ferienorte in Europa verschärfen ihre Regeln – und bitten leicht bekleidete Touristen zur Kasse.
Für viele Urlauber gehört es zum entspannten Feriengefühl dazu: Nach dem Baden noch schnell einkaufen, essen gehen oder über die Promenade schlendern. Doch genau das sorgt in zahlreichen Küstenorten zunehmend für Ärger.
Einheimische beklagen fehlenden Respekt gegenüber ihrer Stadt und ihrem Alltag. Die Folge: Immer mehr Gemeinden greifen durch und verbieten das Tragen von Badebekleidung außerhalb von Strand und Badezonen.
Besonders Frankreich geht mittlerweile konsequent gegen halbnackte Urlauber vor. Die Zahl der Städte mit entsprechenden Verboten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
Mehrere Badeorte stufen Verstöße inzwischen als Ordnungswidrigkeit ein. In Orten wie La Grande-Motte, Arcachon, Deauville oder Narbonne drohen Strafen von bis zu 150 Euro. Auch im beliebten Atlantik-Ort Les Sables-d’Olonne gilt seit 2025 ein strenges Verbot. Wer dort mit nacktem Oberkörper oder in Badehose durch die Innenstadt läuft, riskiert ein Bußgeld.
Für internationale Aufmerksamkeit sorgte Bürgermeister Yannick Moreau. Mit einer deutlichen Botschaft auf Facebook machte er klar, was die Stadt erwartet: Urlaub ja – aber bitte mit angemessener Kleidung.
Zur Erinnerung stehen inzwischen Schilder mit humorvollen Sprüchen in der Stadt. Die Botschaft dahinter ist allerdings ernst: Der Strand sei der richtige Ort für Badebekleidung, nicht die Einkaufsstraße.
Nicht nur Frankreich verschärft die Gangart. Auch in Italien, Spanien, Kroatien und Portugal setzen zahlreiche Ferienorte auf strengere Kleidervorschriften. Ziel ist es, das Stadtbild zu schützen und Konflikte zwischen Urlaubern und Einheimischen zu vermeiden.
Für Reisende gilt deshalb: Vor dem Bummel durch die Altstadt lieber noch ein T-Shirt überziehen. Das schont nicht nur die Urlaubskasse, sondern sorgt auch für weniger Ärger mit den Behörden.